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Schulen - Magdeburg:Privatschulen machen Druck bei Streit um mehr Geld vom Land

Magdeburg (dpa/sa) - Die Privatschulen in Sachsen-Anhalt wollen sich notfalls vor Gericht gegen die ihrer Ansicht nach zu geringe finanzielle Unterstützung des Landes wehren. Die bereits seit zwei Jahren überfällige Verordnung zur Anpassung der Schülerkostensätze drohe sich weiter zu verzögern, sagte der Geschäftsführer des Privatschulverbandes, Jürgen Banse, am Montag. Wenn es auch zum neuen Schuljahr ab August nicht mehr Geld gebe, werde man den Schulträgern raten zu klagen. Die Entscheidung darüber soll Ende August Fallen. Banse zufolge geht es um 22 bis 40 Millionen Euro pro Jahr, die den Schulen zusätzlich zustünden.

Aus Sicht des Verbands überweist das Land weniger, als vielen Lehrern aufgrund ihrer Erfahrung zusteht. Es gibt sechs Erfahrungsstufen. Derzeit wird für die Unterstützung der Privatschulen im Durchschnitt von Stufe vier ausgegangen, der Verband fordert mindestens Stufe fünf. Öffentliche Schulen seien bei der schwierigen Suche nach Lehrern ohnehin schon im Vorteil, weil sie mit Verbeamtung und Zuschlägen für schwer besetzbare Stellen locken können, sagte Banse. Zuvor hatte "MDR Sachsen-Anhalt" über die erneute Beschwerde der Privatschulen berichtet.

Das Bildungsministerium will bei den Schülerkostensätzen künftig Erfahrungsstufe fünf zugrundelegen - noch seien die parlamentarischen Beratungen dazu aber nicht abgeschlossen, sagte ein Sprecher. Dass die neuen Kostensätze zum 1. August greifen, ist deshalb unwahrscheinlich. Laut Ministerium bekommen die freien Schulen in diesem Jahr rund 139 Millionen Euro. Kommt die Anhebung wie geplant, könnten 2020 mehr als 177 Millionen Euro fließen. In Sachsen-Anhalt lernt inzwischen rund jeder zehnte Schüler an einer Privatschule.