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Hochschulen - Weimar:Hans Holbein-Initiative fordert finanzielle Unterstützung

Weimar (dpa/th) - Für die Errichtung eines Forschungsinstituts zu Homosexualität fordert die Initiative Holbein-Stiftung Geld vom Land. "Wir sehen das Land Thüringen in der Pflicht, für eine adäquate finanzielle Ausstattung eines Forschungsinstituts Sorge zu tragen", sagte der Historiker Alexander Zinn vor einer Gedenkfeier anlässlich des 90. Todestags von Hans Holbein (1864-1929) am Samstag. Der thüringische Jurist setzte sich für die Rechte Homosexueller ein. Er kämpfte gegen den Paragrafen 175 des Strafgesetzbuchs, der sexuelle Handlungen zwischen Männern unter Strafe stellte und erst 1994 abgeschafft wurde.

Eine Gruppe von Vertretern aus Politik, Wissenschaft und Gesellschaft verlangt die Rehabilitierung Holbeins. Die Initiative unter Schirmherrschaft der früheren Thüringer Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU) fordert die Wiederherstellung des von den Nationalsozialisten zerstörten Grabsteins von Holbein in Weimar, die Neugründung einer Holbein-Stiftung und eines Forschungszentrums. Zinn appellierte an die Stadt Weimar, sich für die Wiedererrichtung des Grabsteins auf dem Weimarer Friedhof einzusetzen.

Am Freitagabend war eine Gedenkfeier in Weimar geplant, zu der sich auch Thüringens Justizminister Dieter Lauinger (Grüne) angekündigt hatte.