Hochschulen - Frankfurt am Main:Deutsch-israelisches Forschungszentrum gegen Vorurteile

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Frankfurt/Main/Tel Aviv (dpa/lhe) - Das neue gemeinsame Forschungszentrum der Universitäten Frankfurt und Tel Aviv soll dazu beitragen, Glaubenskonflikten und Judenfeindlichkeit entgegenzuwirken. "Wir glauben fest daran, dass ein zeitgemäßer Wissensaustausch und neue Forschungserkenntnisse dabei helfen, Vorurteile abzubauen", sagte der Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, Uwe Becker, in einem Interview des Nachrichtenportals "Focus Online" (Donnerstag). "Es ist wichtig, statt Trennendes zu suchen Gemeinsamkeiten zu finden und diese auch darzustellen."

Die Frankfurter Goethe-Universität und die Tel Aviv University gründen ein gemeinsames Forschungszentrum, das sich mit religiösen Studien und interreligiöse Dynamiken beschäftigen soll. Beteiligt sind vor allem Theologie, Religionswissenschaft, Judaistik und Islamstudien, aber auch Geschichte, Philosophie und Politologie.

Die beiden Universitäten planen sogenannte Summerschools, gemeinsame Lehrveranstaltungen und die Schaffung eines gemeinsamen englischsprachigen Masterstudiengangs. Frankfurt und Tel Aviv sind Partnerstädte, 1984 haben die beiden Hochschulen eine strategische Partnerschaft geschlossen.

Becker, der in Hessen auch Antisemitismusbeauftragter der Landesregierung und Europastaatssekretär ist, sagte, Christen, Juden und Moslems, verbinde eine lange Geschichte. "Wer sie verstehen will, muss interdisziplinär erforschen, wie sie sich gegenseitig beeinflusst haben." Das Zentrum werbe für den offenen Dialog auch in Glaubensfragen.

Judenfeindlichkeit sei keine alleinige Erscheinung an den extremen Rändern, auch mitten in der Gesellschaft seien judenfeindliche Stereotypen vorhanden. "Hier müssen Wissensvermittlung und Bildung ansetzen, um frühzeitig aufzuklären, zu informieren und aufzeigen, in welch herausragender Weise jüdisches Leben über Jahrhunderte zur positiven Entwicklung unseres Landes und Europas beigetragen hat und dies auch heute tut", sagte Becker.

© dpa-infocom, dpa:220602-99-522180/3

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