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Bildung - Riedstadt:Bouffier besucht Schule: Nöte in der Corona-Krise

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Riedstadt (dpa/lhe) - Eltern mit Tränen in den Augen, Motivationsprobleme beim Homeschooling und Mangel an Computertechnik: Hessens Regierungschef Volker Bouffier hat sich am Donnerstag in Riedstadt erstmals seit Ausbruch der Corona-Krise ein Bild von Problemen vor Ort gemacht. In der Martin-Niemöller-Schule ließ sich der CDU-Politiker zum Beginn seiner "EinBlick"-Tour Hygiene-Konzepte erläutern und sprach mit Lehrern, Eltern und Schülern. Und er machte auch Hoffnung, dass nach den Sommerferien im August an den Schulen des Landes wieder ganz normal Unterricht angeboten werden kann, in vollen Klassenzimmern mit der regulären Stundenzahl.

Eine Garantie dafür könne es aber nicht geben, sagte Bouffier. "Wir sind sehr bemüht, nach den Sommerferien in den normalen Unterricht zurück zu kommen", sagte Bouffier. Dies stehe allerdings unter Vorbehalt der weiteren Entwicklung der Corona-Pandemie.

Mit dem Ausbruch der Corona-Pandemie wurde an Hessens Schulen Mitte März der reguläre Unterricht eingestellt. Lernen mussten die Schüler zu Hause. Nach den Osterferien kehrten sukzessive Jahrgänge zum Präsenzunterricht in die Klassenzimmer zurück, allerdings nur in Gruppen und an einzelnen Tagen. Am kommenden Montag soll nun in den Grundschulen der tägliche Präsenzunterricht wieder aufgenommen werden. Allerdings können die Eltern entscheiden, ob ihr Kind zur Schule geht oder den Unterrichtsstoff zuhause lernt. Die Sommerferien in Hessen beginnen am 6. Juli, der erste Schultag im neuen Schuljahr ist der 17. August.

Bouffier hörte sich die Probleme an. "Unmut gibt es bei der Frage der Digitalisierung", sagte der Schulleiter Martin Buhl dem Regierungschef. Eltern seien Computer und Drucker zur Verfügung gestellt worden, doch die hätten gar keinen Internetanschluss gehabt. Die Server-Kapazitäten der Schule seien zu gering. Lehrerin Daniela Muth erzählte davon, dass Eltern mit Tränen in den Augen in der Tür standen, weil sie mit der ganzen Organisation nicht zurecht kamen. Schüler berichteten über Motivationsprobleme beim Lernen zu Hause. "In der Schule wird man gezwungen zuzuhören und man arbeitet vor sich hin", sagte die Schülerin Kim. Das schwerste sei die Selbstdisziplin gewesen.

Bouffier attestierte den Lehrern, Schülern und Eltern ein "hohes Maß an Verantwortung und ein hohes Maß an Engagement". Schnelle Abhilfe bei Mängeln konnte er aber nicht versprechen. "Wir werden sicherstellen, dass jedes Kind eine entsprechende Ausrüstung bekommt." Es sei eine Situation gewesen, die keiner zu Lebzeiten schon einmal gehabt habe. Und niemand wisse wie es weiter geht, ob es eine zweite Infektionswelle gebe.

Er selbst sei "kein grandioser Schüler" gewesen, "und ich war auch nicht immer gerne in der Schule", gestand Bouffier, der in den kommenden Wochen auch noch andere Organisationen besuchen will. Die Schüler wollen einhelliger Meinung nach zurück in die Klassenzimmer. Sie hätten Freunde und Lehrer vermisst.

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