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Studium:Profitabel ist das Start-up noch nicht

"Wir wollen den Bafög-Antrag für alle demokratisieren. 21 Prozent aller Studienabbrecher machen das, weil das Geld fehlt. Das kann doch nicht sein", sagt Krautwald und klingt ein wenig wie der Rächer der Enterbten. Aber natürlich steckt auch hinter dem Berliner Start-up die Überlegung, ein Geschäftsmodell daraus zu machen. Geht der Antrag durch, kostet der Service einmal 30 Euro. Für 80 Euro gibt es eine Flatrate. Das Start-up füllt dann den Antrag Jahr für Jahr für seine Nutzer aus.

Profitabel ist das Start-up, das im August gestartet ist, noch lange nicht; vor wenigen Wochen aber hat es eine sechsstellige Finanzierungsrunde abgeschlossen. "Anfangs haben wir noch alle Bafög-Anträge per Hand ausgefüllt, mittlerweile läuft das komplett automatisiert", sagt Krautwald. Wie viele Bafög-Anträge das Start-up bisher ausgefüllt hat und wie viele davon erfolgreich waren, will er nicht verraten.

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Das eingenommene Geld wolle man auch in den Ausbau der Plattform investieren und so die Konkurrenz abhängen. Unter meinbafoeg.de und studierenplus.de bieten zwei Portale bereits ein ähnliches Modell an. Künftig wollen Krautwald und seine Kollegen deswegen Stipendien über ihre Seite vermitteln. Welche Kredite man für sein Studium beantragen könne, etwa von der KfW, das kann man schon jetzt auf deinestudienfinanzierung.de prüfen.

Nötig ist die Funktion nicht nur, um sich von der Konkurrenz zu unterscheiden. Denn selbst der höchste Bafög-Satz reicht oft vorne und hinten nicht. Das Bildungsministerium will ihn deshalb auf 850 Euro anheben und vor allem das Wohngeld deutlich erhöhen. Doch nach Berechnungen des Moses-Mendelssohn-Instituts würde auch das in den 20 beliebtesten Hochschulstädten nicht reichen, um die täglichen Kosten zu decken. Im teuren München etwa benötigten Studierende im Monat mindestens 1000 Euro.

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