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Studium:So klappt der Bafög-Antrag

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Studieren wie hier in Heidelberg ist auch eine Frage des Geldes.

(Foto: Uwe Anspach/dpa)
  • Der Antrag auf Bafög ist kompliziert, dabei sind viele Studierende von der Förderung abhängig.
  • Ein Start-up verspricht nun, für sie die höchstmögliche finanzielle Unterstützung herauszuholen.

Endlich ist sie da, die Studienzusage, und damit die Freiheit, auszuziehen von zu Hause, in die weite Welt oder zumindest in die Nachbarstadt. Was bei vielen für Freude sorgt, bereitet mindestens ebenso vielen jedes Jahr große Probleme. Denn kurz nach der Zusage kommen die Fragen: Wie soll ich das bezahlen? Kann ich mir das leisten? Können meine Eltern etwas geben? Und am wichtigsten: Bekomme ich Bafög?

Gerade die letzte Frage wird für viele zum Nervenkiller. Wer online versucht auszurechnen, wie hoch der eigene Bafög-Satz sein könnte und ob das Studium damit finanzierbar wird, der wird schnell enttäuscht. Auf den Internetseiten erscheinen nach Eingabe der Daten die unterschiedlichsten Zahlen, bei allen heißt es: ohne Gewähr. Bleibt nur noch, den Antrag einfach einzureichen - und zu hoffen.

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Studierende können sich nicht nur auf einen steigenden Bafög-Höchstsatz sowie Mietkostenzuschuss freuen.

Doch viele sind unsicher, in welche Spalte welche Zahl gehört, was man an Vermögen und Einkommen angeben muss und was nicht. Dabei kann schon ein Fehler darüber entscheiden, ob man überhaupt etwas bekommt und somit, ob der Traum vom Studium tatsächlich wahr wird. Nicht umsonst gibt es im Internet Hunderte Witze über den umständlichen Antrag und die teils monatelange Bearbeitungsdauer im Bafög-Amt: "Meine Eltern haben vor vier Jahren Extra-Käse auf ihren Burger bestellt. Bekomme ich jetzt kein Bafög?"

Aus der Überforderung und dem Verdruss will Bastian Krautwald ein Geschäft machen. "Nur weil der Antrag kompliziert ist, muss man ja kein Geld verschenken", sagt der Start-up-Gründer und rechnet: Bei einem Höchstsatz von aktuell 735 Euro pro Monat bekomme man 8820 Euro pro Jahr. Die Hälfte davon ist ein zinsloses Darlehen, der Rest ein Zuschuss vom Staat. 4410 Euro also bekäme ein Student jedes Jahr geschenkt. Selbst wer nicht den Höchstsatz bekommt, sondern im Monat "nur" 50 Euro geschenkt, könne sich so innerhalb eines Jahres auf Kosten des Staates einen neuen Laptop leisten. Genau das Geld sollen Studierende mithilfe seines Start-ups abgreifen. Zusammen mit David Meyer und Alexander Barge hat er deinestudienfinanzierung.de gegründet.

Über das Online-Portal können Studierende berechnen, wie viel Geld sie in ihrer Uni-Stadt benötigen, den Bafög-Antrag digital ausfüllen und ergänzen, wenn etwa die Eltern Geld dazuschießen können. "Am Ende hat man eine Gesamtrechnung, auf die man bauen kann", sagt Krautwald. Wer nicht weiterkommt, kann mit einem Mitarbeiter chatten. Innerhalb von 30 Minuten soll alles fertig sein, vorausgesetzt, die nötigen Dokumente sind zur Hand und digital verfügbar. Krautwald und seine Kollegen drucken den Antrag und Belege, etwa den Gehaltsnachweis der Eltern, aus, prüfen, ob alles stimmt, und schicken den Antrag ans Amt.

Profitabel ist das Start-up noch nicht

"Wir wollen den Bafög-Antrag für alle demokratisieren. 21 Prozent aller Studienabbrecher machen das, weil das Geld fehlt. Das kann doch nicht sein", sagt Krautwald und klingt ein wenig wie der Rächer der Enterbten. Aber natürlich steckt auch hinter dem Berliner Start-up die Überlegung, ein Geschäftsmodell daraus zu machen. Geht der Antrag durch, kostet der Service einmal 30 Euro. Für 80 Euro gibt es eine Flatrate. Das Start-up füllt dann den Antrag Jahr für Jahr für seine Nutzer aus.

Profitabel ist das Start-up, das im August gestartet ist, noch lange nicht; vor wenigen Wochen aber hat es eine sechsstellige Finanzierungsrunde abgeschlossen. "Anfangs haben wir noch alle Bafög-Anträge per Hand ausgefüllt, mittlerweile läuft das komplett automatisiert", sagt Krautwald. Wie viele Bafög-Anträge das Start-up bisher ausgefüllt hat und wie viele davon erfolgreich waren, will er nicht verraten.

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Das eingenommene Geld wolle man auch in den Ausbau der Plattform investieren und so die Konkurrenz abhängen. Unter meinbafoeg.de und studierenplus.de bieten zwei Portale bereits ein ähnliches Modell an. Künftig wollen Krautwald und seine Kollegen deswegen Stipendien über ihre Seite vermitteln. Welche Kredite man für sein Studium beantragen könne, etwa von der KfW, das kann man schon jetzt auf deinestudienfinanzierung.de prüfen.

Nötig ist die Funktion nicht nur, um sich von der Konkurrenz zu unterscheiden. Denn selbst der höchste Bafög-Satz reicht oft vorne und hinten nicht. Das Bildungsministerium will ihn deshalb auf 850 Euro anheben und vor allem das Wohngeld deutlich erhöhen. Doch nach Berechnungen des Moses-Mendelssohn-Instituts würde auch das in den 20 beliebtesten Hochschulstädten nicht reichen, um die täglichen Kosten zu decken. Im teuren München etwa benötigten Studierende im Monat mindestens 1000 Euro.

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