Studium So klappt der Bafög-Antrag

Studieren wie hier in Heidelberg ist auch eine Frage des Geldes.

(Foto: Uwe Anspach/dpa)
  • Der Antrag auf Bafög ist kompliziert, dabei sind viele Studierende von der Förderung abhängig.
  • Ein Start-up verspricht nun, für sie die höchstmögliche finanzielle Unterstützung herauszuholen.
Von Nils Wischmeyer

Endlich ist sie da, die Studienzusage, und damit die Freiheit, auszuziehen von zu Hause, in die weite Welt oder zumindest in die Nachbarstadt. Was bei vielen für Freude sorgt, bereitet mindestens ebenso vielen jedes Jahr große Probleme. Denn kurz nach der Zusage kommen die Fragen: Wie soll ich das bezahlen? Kann ich mir das leisten? Können meine Eltern etwas geben? Und am wichtigsten: Bekomme ich Bafög?

Gerade die letzte Frage wird für viele zum Nervenkiller. Wer online versucht auszurechnen, wie hoch der eigene Bafög-Satz sein könnte und ob das Studium damit finanzierbar wird, der wird schnell enttäuscht. Auf den Internetseiten erscheinen nach Eingabe der Daten die unterschiedlichsten Zahlen, bei allen heißt es: ohne Gewähr. Bleibt nur noch, den Antrag einfach einzureichen - und zu hoffen.

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Studierende können sich nicht nur auf einen steigenden Bafög-Höchstsatz sowie Mietkostenzuschuss freuen.

Doch viele sind unsicher, in welche Spalte welche Zahl gehört, was man an Vermögen und Einkommen angeben muss und was nicht. Dabei kann schon ein Fehler darüber entscheiden, ob man überhaupt etwas bekommt und somit, ob der Traum vom Studium tatsächlich wahr wird. Nicht umsonst gibt es im Internet Hunderte Witze über den umständlichen Antrag und die teils monatelange Bearbeitungsdauer im Bafög-Amt: "Meine Eltern haben vor vier Jahren Extra-Käse auf ihren Burger bestellt. Bekomme ich jetzt kein Bafög?"

Aus der Überforderung und dem Verdruss will Bastian Krautwald ein Geschäft machen. "Nur weil der Antrag kompliziert ist, muss man ja kein Geld verschenken", sagt der Start-up-Gründer und rechnet: Bei einem Höchstsatz von aktuell 735 Euro pro Monat bekomme man 8820 Euro pro Jahr. Die Hälfte davon ist ein zinsloses Darlehen, der Rest ein Zuschuss vom Staat. 4410 Euro also bekäme ein Student jedes Jahr geschenkt. Selbst wer nicht den Höchstsatz bekommt, sondern im Monat "nur" 50 Euro geschenkt, könne sich so innerhalb eines Jahres auf Kosten des Staates einen neuen Laptop leisten. Genau das Geld sollen Studierende mithilfe seines Start-ups abgreifen. Zusammen mit David Meyer und Alexander Barge hat er deinestudienfinanzierung.de gegründet.

Über das Online-Portal können Studierende berechnen, wie viel Geld sie in ihrer Uni-Stadt benötigen, den Bafög-Antrag digital ausfüllen und ergänzen, wenn etwa die Eltern Geld dazuschießen können. "Am Ende hat man eine Gesamtrechnung, auf die man bauen kann", sagt Krautwald. Wer nicht weiterkommt, kann mit einem Mitarbeiter chatten. Innerhalb von 30 Minuten soll alles fertig sein, vorausgesetzt, die nötigen Dokumente sind zur Hand und digital verfügbar. Krautwald und seine Kollegen drucken den Antrag und Belege, etwa den Gehaltsnachweis der Eltern, aus, prüfen, ob alles stimmt, und schicken den Antrag ans Amt.