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Zwölf Stämme:Sekten-Lehrer erhält Bewährungsstrafe wegen Rutenschlägen

Wegen ähnlicher Anklagen könnten sich künftig weitere Mitglieder der umstrittenen ultrachristlichen Sekte vor Gericht verantworten müssen.

Weil er einen Schüler mit der Rute geschlagen hat, ist ein ehemaliger Lehrer der Sekte "Zwölf Stämme" zu einer sechsmonatigen Bewährungsstrafe verurteilt worden. Das Amtsgericht Nördlingen ordnete am Montag zudem an, dass der 54-Jährige eine Geldstrafe von 2000 Euro zu zahlen hat. Die Staatsanwaltschaft hatte eine neunmonatige Bewährungsstrafe verlangt, die Verteidiger des Mannes hingegen Freispruch.

Der 54-Jährige hatte die Vorwürfe als aus der Luft gegriffen bezeichnet. Laut Anklage hatte der 54-Jährige vor ungefähr neun Jahren einen damals etwa 14 Jahre alten Schüler mit einer langen Rute ein halbes Dutzend Mal auf den Hintern geschlagen. Der Schüler, heute 23 Jahre alt, hat die Prügelattacke in dem Prozess als Zeuge bestätigt. Wegen ähnlicher Anklagen sollen sich weitere Mitglieder der umstrittenen ultrachristlichen Sekte künftig ebenfalls vor Gericht verantworten.

Im September 2013 hatte die Polizei wegen solcher Gewaltvorwürfe etwa 40 Kinder aus den Unterkünften der Sekte im schwäbischen Klosterzimmern und im mittelfränkischen Wörnitz geholt. In der Folge kam es bei den Familiengerichten zu zahlreichen Sorgerechtsverfahren, die teils bis heute nicht abgeschlossen sind.

© SZ vom 24.11.2015 / dpa/mkro

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