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Wintersemester:"Glücksfee" in Bayreuth, Begrüßungsgeld in Eichstätt

Als "Glücksfee" hat die Regionalzeitung in Bayreuth unlängst die Leiterin der Wohnheimverwaltung beim Studentenwerk porträtiert. Für eine nagelneue Anlage, die außer 178 Apartments und 66 WGs auch ein Eltern-Kind-Apartment und barrierefreie Zimmer zum erschwinglichen Preis bietet, gab es Berge an Bewerbungen. Das Los entscheidet. "Voll ausgelastet" sind in der Festspielstadt die Wohnheime, heißt es. Auf dem privaten Markt sieht es besser aus als in anderen Städten. Zum Semesterstart wird es trotzdem problematisch - bis Weihnachten dauert es in der Regel, bis wirklich alle Studenten gut untergebracht sind.

Oft ist es einfach eine Sache des Timings. Im Sommersemester stehen in Passau viele Wohnungen auch in guten Gegenden sogar leer. Blöd nur, dass die meisten Studiengänge dann eben doch im Winter beginnen. Tipp des Studentenwerks: erst einmal in eine WG statt ins Einzelappartement, das Ganze etwas weiter draußen. Dann, nach einem halben Jahr, nach einer zentraleren Unterkunft Ausschau halten. Gerade im Vergleich zu anderen Hochschulstädten sind Privatwohnungen in Passau zu jeder Zeit noch vergleichsweise günstig.

Zwei Dinge treiben in Bamberg viele Studenten um, das hat eine Umfrage gezeigt: zum einen die Sperrstunde, die den Leuten das nächtliche Strawanzen durch die Kneipen verdirbt, zum anderen die Suche nach günstigen Wohnungen. Trotz reger Bautätigkeit gebe es "kaum Entlastung", meldet die Stadt. Zum Beispiel entstanden auf dem jüngsten Campus, einem früheren Industriegelände, Appartements, Schnäppchen auf dem freien Markt werden jedoch seltener. Das Problem: Die Uni wächst rasch, inzwischen sind es 13 500 Studenten, nicht lange her, da war man noch im einstelligen Tausenderbereich. Gefragt sind die Wohnheime, auch die Stiftung des Erzbistums unterhält welche. Das schönste liegt da, wo es Touristen hinzieht: Von der Anlage Obere Mühlen aus blicken die Bewohner auf das Brückenrathaus.

Immerhin 50 Euro sind sicher: Studenten, die ihren Hauptwohnsitz für ein Jahr nach Eichstätt legen, bekommen ein kommunales Begrüßungsgeld. Das kann zum Beispiel einen Großteil der Kosten des Semestertickets decken, das nach der Wohnungssuche oft dringend gebraucht wird. Denn WG-Zimmer in der Altstadt gibt es zwar (für circa 300 Euro), günstiger und häufiger sind sie aber außerhalb. Angespannter ist es in Ingolstadt, wo die wirtschaftswissenschaftliche Fakultät liegt. Die Stadt ist inzwischen durchaus mit Erlangen oder sogar München vergleichbar. "Ich würde da gern mit mehr Wohnheimen aushelfen", sagt Matthias Meyer vom Studentenwerk: "Aber die Grundstückspreise sind zu hoch für sozialen Wohnungsbau."

Immer wieder hört man in Augsburg die Geschichten von Münchner Studenten, denen es in der Landeshauptstadt zu teuer geworden ist, die seither in Augsburg wohnen und täglich zu TU und LMU pendeln. Es gibt sie vermutlich auch, aber höchstens vereinzelt. Denn ganz billig ist es für Studenten in Augsburg auch nicht mehr. Im Vergleich zu vor zehn Jahren ist die Studentenzahl um rund 50 Prozent gestiegen. WG-Zimmer kosten jetzt gut 400 Euro. Billiger ist es natürlich in den Wohnheimen des Studentenwerks. Dort gibt es derzeit aber nur rund 1700 Plätze für 20 500 Studenten. Eine neue Wohnanlage mit 132 weiteren Plätzen gibt es im Oktober 2018. Natürlich nicht für Münchner Studenten.

Gut ein Drittel aller Studenten sind heute nicht an einer Uni eingeschrieben, sondern an der Fachhochschule (FH) - in Bayern heißen sie Hochschulen für angewandte Wissenschaften. Tendenziell sieht es beim Wohnen an den oft kleineren Standorten besser aus als in großen Städten, in Deggendorf oder Schweinfurt fühlen sich Studenten diesbezüglich sehr wohl, ist zu hören; in Kempten beklagt man dagegen Mangel an Buden. Fachhochschulen ziehen oft Studenten aus der Region an und können diese später als Absolventen dort halten. Forschungen deuten zudem an, dass FH-Studenten zunächst öfter daheim wohnen bleiben, im "Hotel Mama".