Uni-Atlas:Man kennt sich in Passau

Uni-Atlas Bayern Universität Passau

Die Innwiese vor dem Philosophicum ist bei schönem Wetter einer der Treffpunkte von Studenten.

(Foto: Universität Passau)

Mehr als jeder fünfte Passauer ist mittlerweile ein Student. Die Universität lockt vor allem mit interdisziplinären Fächern - und zahlreichen Partnerhochschulen im Ausland.

Von Isabel Meixner, Passau

Es heißt, einem Passauer Studenten könne man sein Studienfach ansehen. Der schnöselige Poloträger mit dem Stehkragen und den nach hinten gegelten Haaren studiert Jura, die junge Frauen mit den Perlenohrringen Wirtschaftswissenschaften und die, die sich in der Vorlesung mit breitestem niederbayerischen Dialekt meldet, studiert Grundschullehreramt, ganz sicher. Wer ständig Praktika macht und trotzdem nicht genau sagen kann, was er mal beruflich machen wird, studiert Kulturwirtschaft, für die Passau auch außerhalb von Niederbayern bekannt ist.

Nun ja. Bestätigt der eine oder andere der 12 000 Studenten sicherlich dieses Klischee, so gibt es doch einige Dinge, welche die 1978 eröffnete Universität deutlich besser charakterisieren. Etwa, dass die vergleichsweise kleine Hochschule es schafft, weltweit 200 Partneruniversitäten an sich zu binden, die meisten davon außerhalb von Europa. Auch exotische Länder wie Usbekistan, Costa Rica, El Salvador, Myanmar oder die Philippinen finden sich auf dieser Liste.

Längst interessieren sich dafür nicht mehr nur Studenten aus international orientierten Studiengängen wie Kulturwirtschaft oder European Studies, sondern auch solche, für die ein Auslandssemester keine Pflicht ist. Und auch Passau selbst wird durch seine Uni internationaler: Im ersten rein englischsprachigen Studiengang "Development Studies" lernen derzeit Kommilitonen aus mehr als 20 Nationen, auch die Informatik- und Mathematik-Studiengänge ziehen zunehmend afrikanische und arabische Studenten an.

Das internationale Profil gehört seit jeher zu Passau, ebenso wie die geisteswissenschaftliche und interkulturelle Orientierung. Viele Studenten werden genau von den Studiengängen angelockt, die nicht nur eine Fachrichtung vorgeben, sondern die beispielsweise Wirtschaftslehre mit Informatik, Politik- oder Sprachwissenschaften verbinden. Auf dem Arbeitsmarkt sind Absolventen genau wegen dieser Vielseitigkeit gefragt. Auch Juristen und Informatiker aus Passau haben traditionell einen guten Ruf.

In den vergangenen Jahren hat die Universität einiges versucht, um ihr Image auch auf andere Bereiche zu erweitern. Mit einem Programm namens "Technik Plus" wurde das Angebot in den vergangenen Jahren vor allem im Bereich Informatik sukzessive ausgebaut. Zwei Bachelor-Studiengänge und ein Masterstudiengang sind allein hier seit 2011 entstanden, im Wintersemester folgt ein weiterer.

Außerdem will sich Passau noch mehr als weiterführende Universität profilieren. Früher verließen viele Absolventen nach ihrem Bachelorabschluss die niederbayerische Stadt. Das ist jetzt anders, es wurden nach und nach neue Master-Studiengänge eingeführt, um die Studenten zu halten. 19 Bachelor- stehen inzwischen 17 Master-Studiengänge gegenüber.

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