Uni-Atlas:Gemütliches Studentenzimmer am Fluss

Uni Passau

Illustration: Korbinian Eisenberger

Ob ein kleines Häuschen mit Garten oder ein günstiges Zimmer in der Stadt: Im Vergleich zu anderen Uni-Standorten ist die Wohnungssuche in Passau für Studenten noch recht einfach.

Von Thomas Gröbner, Passau

Der Hilferuf war in Tüten verpackt: Wer 2013 in Passau Brot kaufte, bekam es in Papier eingeschlagen, auf dem der Aufruf gedruckt war: "Zeigen Sie Herz! Zimmer frei für Studierende". Ein Notruf des Studentenwerks und der Universität. Der Wohnraum für Studenten war 2013 knapp, weil die Uni so viele Studierende wie nie anzog, die Stadt aber nicht mitwuchs. Und dann kam die Flut. Viele Wohnungen standen unter Wasser und konnten lange nicht vermietet werden. Heute, drei Jahre später, sind die Spuren der Überschwemmung beseitigt, mit denen anderswo noch oder schon wieder gerungen wird.

Der Wohnungsmarkt in der 50 000-Einwohnerstadt hat sich normalisiert, auch wenn fast 12 000 Studenten untergebracht werden müssen. Während nach einem Ranking der 78 deutschen Hochschulstädte die Wohnsituation in München, Erlangen und Regensburg als angespannt gilt, macht es sich Passau weit hinten gemütlich. Nur in 18 Hochschulstädten in ganz Deutschland ist die Lage am Mietmarkt noch besser.

Am teuersten ist Passau dort, wo Kreuzfahrtschiffe die Touristen ausspucken: In der Altstadt sind besonders kleine Wohnungen begehrt, etwa 13 Euro beträgt dort die Kaltmiete pro Quadratmeter. Das ist viel, verglichen mit den acht Euro, die im Schnitt in Passau fällig werden. Doch es gibt hier dennoch viele Möglichkeiten, günstig zu wohnen.

Wer darauf verzichten kann, in einer Stadt zu wohnen, und eine Burgruine und Badeseen dem Einkaufszentrum vorzieht, der kann mit Glück eine preiswerte Altbauwohnung in der Ilzstadt finden. Einen Supermarkt sucht man zwar in den verwinkelten Gassen der Innstadt ebenso vergeblich wie freie Parkplätze. Dafür führen kurze, kopfsteingepflasterte Wege zu Kneipen, Kapellen und günstigen Tankstellen hinter der nahen deutsch-österreichischen Grenze.

Über der Innstadt thront das Hamberg-Wohnheim, das über eine mit Apfelbäumen gesäumte Serpentinenstraße erreichbar ist. Ab 180 Euro kann man dort Zimmer in einem alten Kloster mit Fitnessstudio beziehen. Wer als Erstsemester Anschluss sucht, ist im Kapfinger-Wohnheim gut aufgehoben. Mit 200 Zimmern in der Nähe des Campus, eigener Bar und Maibaum ist das Wohnheim eine Stadt in der Stadt. Bewerbungsschluss für die vier staatlichen Wohnheime ist der 15. Juli für den Einzug zum Wintersemester. Auch wenn man noch nicht weiß, ob man einen Studienplatz erhält, kann man sich unverbindlich für ein Zimmer bewerben. Die Zimmer kosten dort zwischen 171 und 308 Euro.

Sucht man außerhalb der Stadt, kann man sogar ein Haus mit Garten im Stadtteil Grub mieten - oder in eine der nahen Gemeinden ausweichen. Auf den öffentlichen Nahverkehr, der allzu gemütlich getaktet ist, sollte man sich dann aber nicht verlassen. Wer jedoch ein Auto hat und außerhalb des Stadtgebiets wohnt, kann kostenfrei die Tiefgarage der Uni nutzen. Doch eigentlich gehört in Passau ein Fahrrad zur studentischen Grundausrüstung. Denn praktisch aus jedem Winkel der Stadt führt der Weg zur Universität an den Ufern von einem der drei Flüsse entlang.

© SZ vom 13.06.2016/bica
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