Tiere:Nationalpark Berchtesgaden bekommt Bartgeier aus Holz

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Berchtesgaden (dpa/lby) - Die beiden im Sommer ausgewilderten jungen Bartgeier Bavaria und Wally unternehmen immer mehr Ausflüge aus ihrem angestammten Gebiet im Nationalpark Berchtesgaden hinaus. Trotzdem bekommen Besucher auf jeden Fall einen Bartgeier zu sehen: Ein holzgeschnitzter Bartgeierkopf schmückt ab sofort den Steinadler-Beobachtungspunkt im Klausbachtal, wie der Nationalpark am Dienstag mitteilte.

Die Skulptur soll ebenso wie der 2016 aufgestellte Holz-Steinadler die Besucher für Wildtiere und besonders die Vögel des Schutzgebiets begeistern. Die Bartgeier-Skulptur aus Eichenholz hat der Berchtesgadener Holzschnitzer Mario Guggenberger hergestellt. Die Skulptur ist ein Geschenk des Vereins der Freunde des Nationalparks.

Wally und Bavaria waren im Juni im Zuge eines europäischen Wiederansiedlungsprogramms in den Nationalpark gebracht worden. Mitte August waren die jungen Bartgeier zu ersten Flügen ins benachbarte Österreich gestartet. Sie tragen Sender - ihre Flugrouten können im Internet zu verfolgt werden. Während Bavaria weite Streifzüge unternimmt, ist Wally eher häuslich, macht nur kleinere Ausflüge und kehrte bisher immer wieder in den Nationalpark zurück.

In den nächsten Jahren werden die beiden voraussichtlich in andere Gebiete wandern. Erst wenn etwa ab dem Alter von fünf Jahren die Geschlechtsreife eintritt, beginnen sie mit der Partnersuche - und kehren dann oft mit diesem in das Gebiet ihrer Jugend zurück, wie der Landesbund für Vogelschutz (LBV) kürzlich erläuterte. Die Hoffnung ist deshalb groß, dass die beiden ihre Familiengründung im Nationalpark absolvieren. Bartgeier haben eine Spannweite von bis zu 2,90 Metern. Vor gut 100 Jahren wurden sie in Deutschland ausgerottet.

© dpa-infocom, dpa:211116-99-19270/2

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