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Seehofer über Streit um Führungsstil:"Das schadet der CSU, sonst gar nix"

Horst Seehofer

Horst Seehofer will bis zur Landtagswahl 2018 im Amt bleiben. Ob er das wohl schafft?

(Foto: dpa)

Erst hat der frühere CSU-Chef Erwin Huber den Führungsstil des bayerischen Ministerpräsidenten kritisiert. Jetzt schlägt Horst Seehofer zurück. Mit deutlichen Worten.

Der eine haut zu, der andere tritt nach. Was die CSU derzeit zum Besten gibt, wirkt wie eine verbale Wirtshausschlägerei. Angefangen hat in diesem Fall der frühere CSU-Chef Erwin Huber. Mit deutlichen Worten hat er am vergangenen Wochenende klargemacht, was er vom Führungsstil seines Nachfolgers hält: wenig bis nichts. Erst mal hat Horst Seehofer die Kritik an sich abblitzen lassen: "Der Erwin Huber wollte mich nie. Er will mich nicht." Jetzt hat er nachgelegt und Huber parteischädigendes Verhalten vorgeworfen. "Was Erwin Huber sagt, das kann wirklich niemanden überraschen. Das macht er seit sechs Jahren - manchmal mit mehr, manchmal mit weniger Intensität", sagte Seehofer der Augsburger Allgemeinen. "Aber das hat nur eine Wirkung, eine einzige: Das schadet der CSU, sonst gar nix."

Nach der Schlappe der CSU bei der Europawahl - die Partei rutschte von 48,1 Prozent im Jahr 2009 auf 40,5 Prozent - hatte Huber Seehofer autoritäres Gehabe vorgeworfen. Zugleich hatte er rasche Klarheit über die Nachfolge von Seehofer gefordert. Seehofer lehnte eine vorgezogene Personaldebatte ab. "Es gibt überhaupt keinen Anlass, holterdiepolter die Zukunft zu regeln", sagte der bayerische Ministerpräsident. "Ja, sollen wir jetzt dreieinhalb Jahre bis 2017 eine Personaldebatte führen? Da sag' ich: Dann brauchen wir über die Verteilung der Positionen nach der Wahl nicht mehr zu reden, weil wir dann nichts mehr zu verteilen haben."

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Das schwache Abschneiden bei der Europawahl sei ein "Warnschuss" gewesen, betonte Seehofer. Seit November habe es "diese Debatte über den Führungsstil" gegeben, kritisierte Seehofer und schlussfolgerte: "Diese Neigung zur Selbstbeschäftigung gefällt den Leuten nicht."

Das Verhältnis zwischen Seehofer und Huber gilt seit langer Zeit als zerrüttet. Im Machtkampf um den Parteivorsitz nach dem Stoiber-Sturz war Seehofer Huber noch unterlegen. Ein Jahr später, bei der Landtagswahl 2008, hatte Huber den Verlust der Alleinregierung zu verantworten. Seehofer blieb auf Distanz zu dem Wahlverlierer - und hält sie bis heute.