Rücktritt Seehofer legt CSU-Vorsitz am 19. Januar nieder

  • Bundesinnenminister Horst Seehofer legt sein Amt als CSU-Chef Mitte Januar nieder.
  • Bei einem Sonderparteitag am 19. Januar soll ein Nachfolger gewählt werden. Beste Chancen hat derzeit Ministerpräsident Markus Söder.
  • Wie lange er noch Bundesinnenminister bleiben will, lässt Seehofer in seiner kurzen Erklärung offen.

CSU-Chef Horst Seehofer will den Parteivorsitz am 19. Januar abgeben - an dem Tag soll auf einem Sonderparteitag ein neuer Vorsitzender gewählt werden. "Das Jahr 2019 soll das Jahr der Erneuerung der CSU sein", schreibt Seehofer in seiner Erklärung. Die Parteibasis werde beim Sonderparteitag "ausreichend Gelegenheit erhalten, darüber zu diskutieren, wie die CSU wieder mehr Vertrauen in der Bevölkerung gewinnen kann". Zu seiner Zukunft als Bundesinnenminister machte der 69-Jährige in seiner schriftlichen Erklärung keine Angaben.

Um den Sonderparteitag vorzubereiten, soll bereits am 17. Dezember der CSU-Vorstand zusammenkommen. Eine offizielle Bewerbung für Seehofers Nachfolge als Parteichef gibt es noch nicht. In der CSU geht man aber inzwischen mehrheitlich davon aus, dass nur Ministerpräsident Markus Söder dafür infrage kommt.

Die Reaktionen auf Seehofers Erklärung kommen prompt. Ministerpräsident Markus Söder schrieb in einem Tweet:

Albert Füracker, Chef des CSU-Bezirksverbandes Oberpfalz, machte gleich Werbung für Söder: "Aus meiner Sicht ist es nun wichtig, beide Spitzenfunktionen - Ministerpräsident und Parteichef - wieder zusammenzuführen. Ich würde mir wünschen, dass Markus Söder nun baldmöglichst seine Kandidatur für den Vorsitz erklärt", sagte Füracker - Finanzminister und zugleich enger Vertrauter Söders - der Deutschen Presse Agentur. Der Einzige, der Söder den CSU-Vorsitz ernsthaft streitig machen könnte, ist der Europapolitiker Manfred Weber. Doch der hält sich bislang zurück - wahrscheinlich sorgt er sich, dass der Parteivorsitz seine Bewerbung um die EU-Kommissionspräsidentschaft belasten könnte.

Seehofer beugt sich mit seinem Rücktritt vom CSU-Vorsitz dem massiven Druck aus seiner Partei, der schon seit dem Absturz bei der Bundestagswahl 2017 immer stärker geworden war und der nach der Pleite bei der Landtagswahl Mitte Oktober nochmals zunahm.

Dass er den Parteivorsitz vorzeitig abgeben will, hatte Seehofer schon bei dem Treffen der engsten CSU-Spitze am vergangenen Sonntag angekündigt, aber den Termin noch offen gelassen. Zuvor hatten ihm die CSU-Bezirksvorsitzenden in teils deutlichen Worten den einhelligen Wunsch der Parteibasis nach einem personellen Neuanfang übermittelt.

Seehofer war 2008 erstmals zum CSU-Vorsitzenden gewählt worden. Von 2008 bis März 2018 war er auch bayerischer Ministerpräsident - diesen Posten musste er auf Druck seiner Partei dann an Söder abgeben. Er blieb dafür CSU-Chef - und wurde zugleich neuer Bundesinnenminister.

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