bedeckt München

Schongau:Corona-Ausbruch im Krankenhaus

Von Dietrich Mittler

Im Kreis Weilheim-Schongau reiht sich seit Freitag Krisensitzung an Krisensitzung. Im kreiseigenen Krankenhaus Schongau sind - aktueller Stand Montag - von 430 Klinikmitarbeiterinnen und -mitarbeitern aus dem Bereich der Patientenversorgung 32 positiv auf das Coronavirus getestet worden. "Die positiv getesteten Mitarbeiter verteilen sich nahezu auf das gesamte Krankenhaus Schongau", hieß es in einem Bulletin der Krankenhaus GmbH. Nicht betroffen seien lediglich die Bereiche OP und Isolierstation. Die Corona-Tests waren vom Weilheimer Gesundheitsamt angeordnet worden, nachdem klar war, dass sich fünf Pflegekräfte des Klinikums mit dem Erreger Sars-CoV-2 infiziert hatten. Die Ergebnisse der nachfolgenden Tests übertrafen die schlimmsten Befürchtungen. Damit das Virus nicht auch noch auf das zweite kreiseigene Krankenhaus in Weilheim überspringen könne, sei der Austausch von Ärzten sofort unterbunden worden.

Die für die Kliniken Verantwortlichen stehen damit vor einem Problem, für das sie letztlich noch keine Lösung gefunden haben. "Diese Situation ist deutschlandweit im Kliniksektor so noch nicht aufgetreten", hieß es. Nach den Vorgaben des Robert Koch-Instituts (RKI) müssten sich eigentlich alle Pflegekräfte in Schongau - also auch die negativ getesteten - als potenzielle Kontaktpersonen nun in häusliche Quarantäne begeben. Dies würde aber zum Zusammenbruch der Patientenversorgung führen. Für beide Häuser des Landkreises wurde ein Aufnahme- sowie ein Besucherstopp verhängt. Zug um Zug würden nun auch die Mitarbeiter in Weilheim getestet. Um den Vorgaben des RKI wenigstens teilweise Rechnung zu tragen, besteht der Plan, in Schongau auch negativ getestete Pflegekräfte in Quarantäne zu schicken - zumindest jene, die augenblicklich nicht zwingend im Klinikbetrieb gebraucht werden.

© SZ vom 27.10.2020
Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema