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Unterfranken:Seniorenresidenz in Untermerzbach muss schließen

Bericht zu Seniorenresidenz Schloss Gleusdorf

Die Seniorenresidenz Schloss Gleusdorf muss schließen.

(Foto: dpa)

Das Landratsamt hatte bereits vergangene Woche den Betrieb in Schloss Gleusdorf untersagt. Die Heimleitung zog vor Gericht.

Die Seniorenresidenz Gleusdorf im unterfränkischen Untermerzbach muss schließen - das hat das Verwaltungsgerichts Würzburg am Montag entschieden. Das Landratsamt hatte vergangene Woche den Betrieb untersagt, dagegen zog die Heimleitung vor Gericht. Dieses verlängerte die Frist zur Schließung bis zum 15. Februar.

Das Verwaltungsgericht kam zum Schluss, dass der "Schutz von Gesundheit und Menschenwürde der Heimbewohner" wichtiger als die wirtschaftlichen Interessen sind. In der "Seniorenresidenz Schloss Gleusdorf" waren vor drei Jahren Bewohner unter dubiosen Umständen gestorben.

Die Staatsanwaltschaft Bamberg ermittelt bereits seit Längerem gegen Mitarbeiter von Schloss Gleusdorf. Ursprünglich hatten ehemals dort beschäftigte Pflegekräfte massive Vorwürfe gegen die Einrichtung in Untermerzbach erhoben. Heimbewohner seien misshandelt und mit Medikamenten ruhiggestellt worden. Sogar von Todesfällen - mutmaßlich zurückzuführen auf unterlassene Hilfeleistung - war die Rede. Im Zusammenhang mit einem der Todesfälle kam es im November 2016 zu Festnahmen. Später aber wurden die Verhafteten wieder auf freien Fuß gesetzt, denn im Zuge der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen ließen sich die gegen sie erhobenen Vorwürfe nicht erhärten.

Ein unmittelbarer Zusammenhang zwischen der Entscheidung des Landratsamtes und den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft habe bei der aktuellen Betriebsuntersagung nicht bestanden, hatte Bambergs Leitendender Oberstaatsanwalt vor wenigen Tagen gesagt.

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