Rechtschreibfehler:Wenn aus dem Schießabend ein Scheißabend wird

Rechtschreibfehler: Wir versuchen es noch einmal: Links im Bild sind Gisela und Anton Gschwendtner zu sehen, die das Institut für Bayerische Geschichte mit einer Stiftung unterstützen. Ebenso wie Franziska Jungmann und Anneliese Doeberl. Außerdem zu sehen sind Landtagspräsidentin Ilse Aigner sowie Professor Ferdinand Kramer, deren Namen nun hoffentlich alle korrekt sind.

Wir versuchen es noch einmal: Links im Bild sind Gisela und Anton Gschwendtner zu sehen, die das Institut für Bayerische Geschichte mit einer Stiftung unterstützen. Ebenso wie Franziska Jungmann und Anneliese Doeberl. Außerdem zu sehen sind Landtagspräsidentin Ilse Aigner sowie Professor Ferdinand Kramer, deren Namen nun hoffentlich alle korrekt sind.

(Foto: Elisabeth Heistinger)

Läuft erst einmal etwas schief, dann gleich richtig. Davon bleibt auch der Journalismus leider nicht verschont.

Glosse von Hans Kratzer

"Wenns fagged, dann gscheit!" Diese Weisheit aus dem bayerischen Hinterland will uns sagen: Wenn etwas schief läuft, dann richtig. Wer wüsste das besser als der 85-jährige Anton Gschwendtner aus dem Landkreis Mühldorf, ein Mann, der die ganze Welt bereist hat, und nicht selten hat es dabei gfagged. Der Gschwendtner Toni, wie man ihn daheim nennt, war im Stahlhandel tätig. Oft musste er mit listigen Machtmenschen verhandeln, mit kommunistischen Betonschädeln ebenso wie mit den smarten Industriebossen des Westens.

Im Ruhestand war der Gschwendtner Toni dann Student am Münchner Institut für Bayerische Geschichte, wo der freundliche Mann alsbald ein unentbehrlicher Helfer und Ratgeber war. Nun haben er und seine Frau Gisela beschlossen, die Einrichtung mit einer Stiftung zu fördern, eine noble Tat, die auch in der SZ gewürdigt wurde. Dabei purzelte jedoch ein kleiner Buchstabe in die Bildunterschrift hinein. Aus dem Namen Gschwendtner wurde ein Geschwendtner, was der Betroffene aber mit Humor nahm: "Da schau ich einmal aus der Zeitung raus, und schon ist mein Name falsch geschrieben."

Kleine Schreibfehler sind eine Zentralseuche im Journalismus. Der Politikername, der am häufigsten falsch geschrieben wurde, war gewiss der des Ministers Hans Zehetmair. Zu dessen Zeit neigten Journalisten noch dazu, Namen nach Gehör aufzuschreiben, und die Endung -mair wurde virtuos zu -maier, -meier, -meir, -mayer et cetera. Höchste Vorsicht ist auch bei Titulaturen geboten. In einer niederbayerischen Zeitung wurde soeben in einer Bildunterschrift ein sehr weltlicher Gemeinderat zum Geistlichen Rat befördert.

Die Instagram-Seite "Perlen des Lokaljournalismus" dokumentiert, was sprachlich alles schiefläuft. Dort erfährt man zum Beispiel, dass eine Zeitung es geschafft hat, den Fußballernamen Timpanaro innerhalb weniger Zeilen als Timpanero, Timparano und Timperano zu präsentieren. Hinlänglich bekannt ist, dass in Berichten aus dem Schützenwesen der Schießabend gerne zum Scheißabend wird.

Das Elend der unabsichtlichen Vokalverschiebung aber bündelt sich am originellsten in jener Korrektur eines oberbayerisches Blatts, auf die ein Leserbriefschreiber hingewiesen hat. Eine Sängerin hatte in der Stadthalle einen bejubelten Auftritt hingelegt, die euphorische Kritik hatte aber einen Makel. Der Schlusssatz hätte lauten sollen: "Wir hoffen, dass die beliebte Sängerin bald wiederkommt." Leider wurde daraus: "Wir hoffen, dass die beleibte Sängerin bald wiederkommt." Die Berichtigung ging abermals schief: "Wir hoffen, dass die beliebte Säugerin bald wiederkommt." Totale Entrüstung, daher eine weitere Korrektur: "Wir hoffen, dass die beliebte Sängerin bald niederkommt."

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