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Obama beim G-7-Gipfel:Bekanntschaft mit der After-Breakfast-Wurstigkeit

Barack Obama

US-Präsident Barack Obama bei seinem Besuch in Krün.

(Foto: Markus Schreiber/AP)

Barack Obama kommt in den zweifelhaften Genuss eines Weißwurstfrühstücks . Das wird in Bayern nur zu ganz besonderen Anlässen aufgetischt - und könnte Folgen für den G-7-Gipfel haben.

In diesen Tagen muss man sich als Bayer leider für alles Mögliche rechtfertigen. Das fängt schon beim Frühstück an: Ja, auch das kombinierte Weißwurst-/Weißbierfrühstück gibt es so nur in Bayern. In Mecklenburg-Vorpommern, Costa Rica oder der Mongolei wäre es undenkbar.

Insofern war es nur konsequent, dass US-Präsident Barack Obama am Sonntag seinen Besuch in Krün auf diese Weise begann. Dabei futtert auch der Durchschnittsbayer morgens gewöhnlich Müsli oder Zuckerzeugs aus Pappschachteln. Das Weißwurstfrühstück dagegen ist ganz besonderen Anlässen vorbehalten: Molkereiversammlungen, Frühschoppen, Bürofeiern, Staatsbesuchen.

Das liegt daran, dass einem nach dem Weißwurstfrühstück sehr oft sehr schlecht wird. Spätestens nach der dritten Weißwurst mit Hausmachersenf funkt der Verdauungstrakt SOS ans Gehirn. Versucht das Gehirn mit einem zweiten oder gar dritten Weißbier gegenzusteuern, ist der Tag gelaufen, bevor er angefangen hat.

Obama hat zumindest vor dem Frühstück noch einen unbeschwerten Eindruck gemacht. Wie den Fernsehbildern zu entnehmen ist, hat er maximal eine Weißwurst gegessen. Ob mit oder ohne Haut, das war nicht klar zu sehen. Er ist der mächtigste Mann der Welt, er kann das machen, wie er will. Dazu hat er nicht einmal eine ganze Halbe Weißbier getrunken - angeblich bleifrei.

Recherchen der SZ haben jedoch ergeben: Die Brauerei K. aus Murnau, aus deren Glas Obama trank, stellt laut Homepage kein alkoholfreies Weißbier her, sondern nur normales und leichtes. Ja, was jetzt? Womöglich hat auch der Präsident Bekanntschaft mit dem sehr bayerischen Gefühl der After-Breakfast-Wurstigkeit gemacht. Und vielleicht nickt er beim Klimaschutz kurz ein, was als Zustimmung gewertet wird. Dem Weißwurstfrühstück sei's gedankt.

© SZ vom 08.06.2015/infu

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