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Niederbayern:Zeltstadt für 5000 Flüchtlinge

Bund baut Zeltlager für 5000 Flüchtlinge in Niederbayern

Auf dem Gelände der Gäuboden-Kaserne in Feldkirchen bei Straubing entsteht eine Zeltstadt für 5000 Flüchtlinge.

(Foto: dpa)
  • In Feldkirchen bei Straubing errichtet der Bund eine Zeltstadt für 5000 Flüchtlinge.
  • Es soll keine dauerhafte Unterkunft werden, sondern Asylbewerber kurzfristig beherbergen, bevor sie auf andere Bundesländer verteilt werden.
  • Laut dem bayerischen Innenminister Joachim Hermann befinden sich derzeit 30 000 Flüchtlinge in Bayern, die weiter verteilt werden sollen.

In Bayern wird eine Zeltstadt für bis zu 5000 Flüchtlinge entstehen. Das Quartier soll in acht bis zehn Tagen betriebsbereit sein, teilte Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am Freitag mit. Es handele sich um keine dauerhafte Unterkunft, sondern um einen Bereich, in dem Flüchtlinge so lange bleiben, bis sie in andere Bundesländer verteilt werden. Bayern beherberge derzeit 30 000 Asylbewerber, die von den anderen 15 Ländern aufgenommen werden müssten.

Die Zelte werden vom Bund auf dem Truppenübungsplatz der Gäubodenkaserne im niederbayerischen Feldkirchen bei Straubing errichtet. Auch in anderen Bundesländern sind solche Zeltstädte geplant. Sie sollen helfen, Spitzen bei Flüchtlingsankünften abzumildern.

Seehofer spricht von "herkulischer Augabe"

Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) bezeichnete die Integration von Flüchtlingen als "herkulische Aufgabe" für die nächsten Jahre. Beim Festakt zum 50-jährigen Bestehen sozialwissenschaftlicher Zweige an Gymnasien sagte Seehofer, der Freistaat benötige 3200 Übergangs- und Förderklassen. Derzeit sind es etwas mehr als 900, wie das Kultusministerium zum Schulstart mitteilte.

Angesichts der dramatischen Lage an der ungarischen Grenze fordert der Vorsitzende der Freien Wähler, Hubert Aiwanger, eine UNO-Schutzzone in Syrien einzurichten. "Ähnlich wie im Jugoslawien-Krieg müssen wir gemeinsam mit Russland Gebiete vor Ort absichern, damit die Menschen nicht mehr fliehen müssen."

Auch in Jordanien, der Türkei und im Libanon, also Ländern, die bereits Millionen von Flüchtlingen aufgenommen haben, kann er sich von den Vereinten Nationen betriebene Zentren vorstellen. "Wir müssen den Menschen in Wohnortnähe helfen, damit sie gar nicht erst an die ungarische Grenze kommen müssen", sagte Aiwanger zum Abschluss der FW-Herbstklausur. Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán sei zwar ein "Rechtspopulist" und ein "No Go", aber man dürfe ihn bei der Sicherung der Grenzen nicht im Stich lassen.

© SZ vom 19.09.2015 / dku/dpa/axi
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