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Anzeige:Ein vermeintlicher Traumjob für Schlafmützen

Rituale nicht nur für Kinder wichtig: Tipps für besseren Schlaf

Bettentesten für einen Küchenhersteller? Eine Anzeige wirft Fragen auf.

(Foto: dpa-tmn)

Ein Küchenhersteller annonciert eine Stelle für Leute, die ihr Geld im Schlaf verdienen wollen. Doch dann ist die Anzeige plötzlich verschwunden.

Die Offerte, ganz einfach "Geld im Schlaf zu verdienen", lässt wohl niemanden kalt. Doch führt eine Suche nach diesem Begriff auf Google zu Investmentangeboten aller Art, darunter viele dubiose. Lieber Finger weg von derlei Verlockungen! Das verhält sich natürlich anders bei einer klassischen Stellenausschreibung, die einen "Bettentester" sucht. Als solche werden oft Hoteltester bezeichnet, die im Auftrag von Reiseveranstaltern weltweit logieren und penibel berichten über die Qualität der Zimmer.

Im Fall der Jobannonce, die kürzlich von einer Firma in Niederbayern auftauchte, war tatsächlich aber bloßes Schlafen gemeint, das finanziell vergütet werden sollte. Und zwar mit so traumhaften Konditionen, wie sie der gemütlichste Schlummer kaum im Gehirn entfalten dürfte. Gesucht wurde auf Stellenportalen ein "Bettentester" für die Firma Bulthaup in Bodenkirchen im Landkreis Landshut. "Aufgaben: Stundenlanges Schlafen in einem Bett; anschließendes Bewerten ist überflüssig, je länger man schläft, umso mehr Punkte gibt es." Mitzubringen in die "ruhigen Schlafräume"? Nur ein Kopfkissen.

Aber aus der Traum! Nur kurz war die Annonce online, ein Autor der Passauer Neuen Presse konnte allerdings rasch eine Kopie ziehen. Und auf Facebook wurden Leute aus Landshut und Umgebung darauf aufmerksam. Freunde empfahlen sich gegenseitig, der eine tue das ja ohnehin im jetzigen Bürojob schon, hieß es, der andere habe in der Schule exakt das gelernt. Selbstverständlich brachte sich mancher selbst ins Spiel, bevorzugt zur Nachtschicht. Doch schnell war die Anzeige eben weg - nicht etwa, weil jemand den Zuschlag bekam und mit Büroschlafkompetenzen überzeugte; sondern weil es diese Stelle so nie gegeben hat beziehungsweise nie gegeben haben sollte.

Das sagte zumindest eine erstaunte Sprecherin des Unternehmens, als sie von der Existenz der Anzeige erfuhr. Erstaunt war sie zudem, weil Bulthaup für seine Küchen bekannt ist, keineswegs für Betten - und weil man weder Träumer noch Dösköpfe brauche. Ein Streich der Konkurrenz? Ein Fehler der Agentur, lautete am Ende die Lösung. Wie die Schlafmützen beim Dienstleister aber zu dem kuriosen Text kamen und ob es den Job nicht doch irgendwo wirklich gibt - blieb ungeklärt. Also: Augen offen halten!

© SZ vom 23.12.2019/vewo
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