Gesundheitsversorgung Bereitschaftspraxen sollen Kliniken entlasten

In der Klinik in Ebersberg gibt es bereits eine Bereitschaftspraxis.

(Foto: Christian Endt, Fotografie & Lic)
  • Die Notaufnahmen von Krankenhäusern sind vor allem während Grippewellen überlastet.
  • Deshalb soll es bald fast 120 Notfall- und Bereitschaftspraxen in ganz Bayern geben.
  • In der Regel werden sie an die Kliniken angeschlossen.
Von Dietrich Mittler

Bayernweit wird es im kommenden Jahr flächendeckend nahezu 120 sogenannte Notfall- oder Bereitschaftspraxen geben, die in der Regel an den Krankenhäusern angesiedelt sein sollen. Akut erkrankte Patienten werden dort außerhalb der Sprechzeiten von niedergelassenen Haus- und Fachärzten behandelt, die gerade zum Bereitschaftsdienst eingeteilt sind. Schwere oder gar lebensbedrohliche Fälle werden zur Notaufnahme der jeweiligen Klinik weitergeleitet. Dafür sind keine weiten Wege mehr zurückzulegen, da sich ja quasi alles unter einem Dach befindet.

"Bereitschaftspraxen gehören ans Krankenhaus und nicht auf die grüne Wiese", sagt Max Kaplan, der Präsident der Bayerischen Landesärztekammer, als erklärter Befürworter dieser Lösung. Aktuell gibt es in Bayern laut Kaplan bereits 50 Bereitschaftspraxen. Wenn das Netz erst einmal vollständig ausgebaut ist, werde sich das Problem überfüllter Krankenhaus-Ambulanzen in der bisherigen Form nicht mehr stellen, ist sich Kaplan sicher.

In den vergangenen Jahren waren die Notfall-Ambulanzen der Kliniken oftmals hoffnungslos überlastet, insbesondere auf dem Höhepunkt von Grippe-Wellen. Ein Übriges zur Überlastung der Klinik-Ambulanzen trugen aber stets auch jene Patienten bei, die mit Bagatellerkrankungen an Feiertagen, Wochenenden oder in den Abendstunden die Notfallaufnahme aufsuchten. Sie, so Kaplan, würden künftig von den Ärzten des Bereitschaftsdienstes versorgt.

Alte oder bettlägerige Patienten, die aus eigener Kraft nicht zu den Bereitschaftspraxen kommen können, werden von einem Arzt wie bislang auch schon zu Hause aufgesucht. Dafür wurde der Besuchsdienst neu organisiert. Ärzte können dabei nun auf einen Fahrer zurückgreifen, der sie zu den Patienten bringt.

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