Kaffee und Krämerläden: Café Marais

Ein Café mit Krämerladen, in dem die Leute hübsche Dinge kaufen konnten, das war schon immer Alexandra Baumanns Traum. "Anders ginge es auch nicht", sagt sie. Ein eigenes Café macht Arbeit, ein eigener Laden macht Arbeit, und das Lokal im Westend ist beides in einem. Das Marais, benannt nach dem Pariser Viertel, zählt sicherlich zu den schönsten Cafés der Stadt. Eröffnet hatte Baumann vor fast 13 Jahren mit zwei Freundinnen, die wie sie an der Oper gearbeitet hatten. Baumann wohnte um die Ecke von dem alteingesessenen Textilfachladen, der neu verpachtet wurde. Die Frauen übernahmen den Raum mit dem Zwanzigerjahre-Interieur und machten sich daran, ihre gemeinsamen Leidenschaften dort auszuleben: "Alte Dinge, schöne Orte, gutes Essen."

Monatelang bauten sie um, kümmerten sich um die Genehmigungen: "Beim Kreisverwaltungsreferat waren sie glaube ich ein bisschen verzweifelt, weil sie auch nicht recht wussten, wo sie uns hin packen sollten. Aber sie haben uns unterstützt." Kaffee, hausgemachte Kuchen und Tartes gibt es im Marais, auch Frühstück und Panini. Aber eben nicht nur das: Die antike Einrichtung lässt sich erwerben, auch andere Möbel wie Kinderbetten oder Schränke. Zu den Sachen, die das Team auf Märkten gefunden hat, kommen die Produkte kleiner Manufakturen, eines französischen Bürstenhersteller etwa oder einer griechische Kosmetikfirma, Schmuck, Kinderspielsachen.

Vor 13 Jahren war das Marais als Ladencafé noch recht einzigartig; die Aroma Kaffeebar fing im gleichen Jahr an, das reine Cafékonzept mit dem Verkauf von Krimskrams und Feinkost zu entwickeln. Heute finden sich mehrere Kleinode mit Doppelnutzung: Ganz neu ist das Fika Kafé an der Nymphenburger Straße, in welchem man ebenfalls Möbel kaufen kann. Insgesamt ist die Kombination Buch und Kaffee sehr gefragt, wie bei "Buch und Bohne" am Kapuzinerplatz oder im "Lost Weekend" an der LMU. Das Two in One kombiniert Blumen und Kaffee. Dazu kommen Bars und Restaurants, die gleichzeitig Galerien sind, oder Cafés mit ausgefallenem Konzept wie das Katzencafé in der Maxvorstadt, in dem die Gäste in der einen Hand einen Cappuccino halten und die andere im Fell der Haustiere versenken. Konzepte zusammenzulegen ist in München alleine schon zwecks Nachverdichtung sinnvoll. Und die Gäste haben einen extra Anreiz vorbeizukommen.

Café Marais, Parkstraße 2, 0 89/50 09 45 52, www.cafe-marais.de Von Laura Kaufmann

Bild: Robert Haas 23. August 2019, 07:392019-08-23 07:39:18 © SZ.de/zara/amm