Corona-Politik in Bayern:Keine Masken, keine Abstände - wenn alle geimpft sind

Coronavirus - 2G-Modell

Kultur und Kneipe wie früher: 2G und sonst keine Regeln mehr.

(Foto: dpa)

Die Landesregierung lockert alle Corona-Regeln für Sport, Kultur, Gastronomie, wenn Veranstalter nur Geimpfte und Genesene einlassen. Wer nicht geimpft ist, muss einen PCR-Test vorlegen.

Von Andreas Glas und Johann Osel

Volle Fußballstadien, volle Opernhäuser, volle Konzertsäle. Auch in Bayern ist das von diesem Mittwoch an wieder möglich. Wie die Staatsregierung am Montagabend beschlossen hat, fallen dann die bislang in der Infektionsschutzverordnung festgelegten Kapazitätsgrenzen - allerdings nur, wenn sich Veranstalter freiwillig für die 2-G-Regel oder die sogenannte 3-G-plus-Regel entscheiden. Nach der 2-G-Regel haben nur noch Geimpfte und Genesene Zutritt, nach der 3-G-plus-Regel auch Menschen, die nicht gegen das Coronavirus geimpft sind, aber einen gültigen PCR-Test vorlegen können. Ein Antigen-Schnelltest reicht dann nicht mehr aus. Entscheidet sich ein Veranstalter für 2G oder 3G plus, entfallen neben der Personenobergrenze auch Maskenpflicht und Abstandsgebot.

Es gehe um die "Verhältnismäßigkeit", so begründete Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) die Entscheidung der Staatsregierung, die sämtliche Bereiche betrifft, in denen bisher die 3-G-Regel galt. Hierzu gehören etwa auch Fitnessstudios, Kinos, Museen, Tagungen, Kongresse, Bibliotheken oder Musikschulen. Sollte sich ein Veranstalter für eines der beiden Modelle entscheiden, brauche es "ein strenges Zutrittsregime", damit "kein Schindluder getrieben" werde, sagte Herrmann nach der Kabinettssitzung am Montag. Die Organisation müsse "verlässlich sein, bei aller Lockerung".

Während die neuen Optionen für Veranstalter eine erhebliche Erleichterung bedeuten können, erhöht die Staatsregierung damit zugleich den Impfdruck auf all jene Menschen, die sich bis jetzt noch nicht haben impfen lassen. Mit den Lockerungen setze der Freistaat sein Prinzip "Umsicht und Vorsicht" weiter fort, sagte Herrmann und erinnerte daran, dass eine Impfung einen schweren Krankheitsverlauf oder einen Klinikaufenthalt verhindern könne. "Testen alleine ist noch kein Schutz", sagte er, daher gehe die Tendenz nun zu 2G. Aber: "Wir wollen niemanden zu 2G oder 3G plus zwingen." Für Kinder und für Schülerinnen und Schüler, die in der Schule regelmäßig getestet werden, gilt eine Ausnahme: Sie haben auch dann überall dort Zutritt, wo 3G plus gilt (sofern sie nicht ohnehin geimpft sind).

Bereits in der vergangenen Woche hatte die Staatsregierung beschlossen, die Beschränkungen für Bars und Clubs im Freistaat aufzuheben, die bis zum vergangenen Freitag gültig waren. Erstmals seit Beginn der Pandemie im Frühjahr 2020 durften die Menschen in Bayern am Wochenende wieder ohne Maske und ohne Abstand feiern und tanzen. Vielerorts wurde das Angebot stark genutzt. Auch in der Gastronomie werden Tanz und Musik unter den für Diskotheken geltenden Bedingungen von "3G plus" nun zugelassen. Das bedeutet unter anderem, dass Gäste dort wieder an der Theke oder am Tresen trinken dürfen, was bisher verboten war.

Die Infektionslage in Bayern bezeichnete Herrmann am Montag als "insgesamt stabil". Die sogenannte Krankenhaus-Ampel rangiere "absolut im grünen Bereich". Laut Herrmann lag die Zahl der wöchentlichen Neueinweisungen in die bayerischen Krankenhäuser bei 260 Fällen (Grenzwert 1200). Nahezu alle in Kliniken eingelieferte Corona-Patienten waren demnach nicht geimpft.

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