Franz Marc Museum Kochel:Neue Museumschefin

Franz Marc Museum Kochel: Jessica Keilholz-Busch kommt vom Lehmbruck-Museum in Duisburg und leitet von 15. April an das Franz Marc Museum in Kochel.

Jessica Keilholz-Busch kommt vom Lehmbruck-Museum in Duisburg und leitet von 15. April an das Franz Marc Museum in Kochel.

(Foto: David Eberhard)

Jessica Keilholz-Busch tritt zum 15. April als Direktorin des Franz Marc Museums an. Cathrin Klingsöhr-Leroy verabschiedet sich in den Ruhestand.

Von Sabine Reithmaier, Kochel

Jessica Keilholz-Busch gerät sofort ins Schwärmen, wenn sie von ihrem neuen Arbeitsplatz erzählt. "Wunder-, wunder-, wunderschön", sagt sie. Zum 15. April tritt sie die Nachfolge von Cathrin Klingsöhr-Leroy an. Die langjährige Direktorin des Kochler Franz Marc Museums verabschiedet sich in den Ruhestand.

Gerade hat die Kunsthistorikerin, 1984 in Mönchengladbach geboren, ihren 40. Geburtstag gefeiert. Noch arbeitet sie im Lehmbruck-Museum in Duisburg, hat dort seit Juli 2018 als Kustodin für Klassische Moderne und Wilhelm Lehmbruck Ausstellungen kuratiert. Im Moment bereitet sie ihren Umzug nach Kochel vor. Eine Wohnung hat sie schon.

Bislang hat sie nur in Städten gearbeitet. Nach ihrem Studium - Kunstgeschichte, Psychologie und Politische Wissenschaften - absolvierte sie ein Volontariat an der Frankfurter Kunsthalle Schirn, blieb dort, bis sich ihr die Chance bot, im Kunstpalast, dem Kunstmuseum der Stadt Düsseldorf, als Ausstellungsmanagerin eine Elternzeitvertretung zu übernehmen. Nach einer Auszeit mit einer fast fünfmonatigen Reise nach Asien und Ozeanien ging sie für eineinhalb Jahre ans Art Center Basel, kuratierte dort unter anderem eine Kirchner-Ausstellung, bevor sie nach Duisburg wechselte. Allein durch den Namensgeber des Museums sei sie stärker auf Skulpturen spezialisiert, sagt sie. Andrerseits besitze das Haus auch eine große Sammlung an expressionistischer Malerei. "Und ich bin fleißig dabei, mich einzulesen."

Die erste Ausstellung, die sie im Marc-Museum umsetzen wird, hat ihre Vorgängerin noch vorbereitet. In "Rotwild" (von 16. Juni an) stehen Marcs Rehe im Mittelpunkt, in seiner Sicht Opfer der menschlichen Zivilisation. Ein Topos, der sich durch die Kunstgeschichte zieht und sich, wie die Ausstellung zeigen wird, bei Joseph Beuys noch findet.

Was die weitere Planung für den Herbst betrifft, so hält sie sich bedeckt. "Ich möchte erst ankommen und mich einarbeiten", sagt sie. Auch in die finanziellen Möglichkeiten, "ich habe noch keine Ahnung, wie hoch das Budget für Ausstellungen ist". Was sie sicher weiß: Am Schwerpunkt Franz Marc wird sich auch unter ihrer Leitung nichts ändern. "Aber ich möchte ihn und seine tiefe Naturverbundenheit in die Jetztzeit holen." Daher plant sie eine Reihe mit aktueller Kunst zu etablieren. Als Thema schwebt ihr Nachhaltigkeit vor.

Ob sie ihre Pläne umsetzen kann, wird sich zeigen. Jessica Keilholz-Busch, die auch einen Master in Museumsmanagement gemacht hat, ist ganz gelassen. Für sie gäbe es nichts Schlimmeres als ein abgehobenes Programm für einige wenige zu machen und die eigentlich wichtigen Zielgruppen zu verfehlen. "Denn die Frage nach dem gesellschaftlichen Nutzen muss sich auch ein Museum immer stellen."

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