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G-7-Gipfel in Elmau:Behinderungen für Pfingsturlauber

Trügerisch: Bis die großen Sieben Anfang Juni im Schloss Elmau eintreffen, herrscht noch die Ruhe vor dem Sturm.

(Foto: Stephan Rumpf)
  • Wegen des G-7-Gipfels in Elmau hat Bundesinnenminister Thomas de Maizière das Schengen-Abkommen ausgesetzt.
  • An allen wichtigen Grenzübergängen von Tirol nach Bayern werden zu Ferienende Grenzkontrollen durchgeführt - der ADAC rechnet mit langen Staus.
  • Am Pfingstwochenende selbst werden noch keine größeren Einschränkungen erwartet.

Wegen des G-7-Gipfels am 7. und 8. Juni drohen Italienurlaubern bei der Rückkehr aus den Pfingstferien lange Staus. Der ADAC fürchtet insbesondere ab Innsbruck massive Verzögerungen, da die Polizei an allen wichtigen Übergängen von Tirol nach Bayern Grenzkontrollen durchführen wird. "Wer stressfrei zurückkommen will, sollte vielleicht schon ein paar Tage früher fahren", sagte ein Sprecher des ADAC. Insbesondere am letzten Feriensamstag sei wegen der vielen Urlauber auf dem Heimweg die Gefahr von langen Wartezeiten hoch. Besonders wichtig sei deshalb auch, sich schon vor der Abfahrt über mögliche Staus oder gar Straßensperrungen zu informieren.

Eine Grundregel gilt aber jetzt schon: Autofahrer sollten in jedem Fall einen möglichst weiten Bogen um den Gipfelort Elmau im Werdenfelser Land schlagen. Das schließt vor allem die Grenzübergänge bei Grainau, Mittenwald/Scharnitz und den Achenpass ein. Die Polizei empfiehlt Italienurlaubern, die Inntalautobahn über Kufstein zu nehmen. Schon am Brenner und an allen Autobahnkreuzen in Österreich werden Schilder darauf hinweisen. Da sich aber ein Großteil des Verkehrs auf dieser Strecke konzentrieren wird, sieht der ADAC auch auf der Inntalautobahn die Gefahr von langen Staus eventuell bis nach München. Eine Alternative sei die westliche Route über den Fernpass nach Füssen und von dort weiter auf der A 7 über Memmingen. Dort werde man möglicherweise auch stehen, aber vielleicht nicht so lange, heißt es beim ADAC. Wichtig ist nur: Am Fernpass Richtung Reutte und auf keinen Fall Richtung Garmisch-Partenkirchen fahren.

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Keine Informationen über Grenzkontrollen

Es ist zwar bekannt, dass Bundesinnenminister Thomas de Maizière das Schengen-Abkommen für den Gipfel außer Kraft gesetzt hat. Doch wann genau wie intensiv und wie lange an den Grenzen kontrolliert wird, das sagt niemand. "Die Kollegen können aber Italienurlauber und Gipfel-Demonstranten sehr gut unterscheiden", sagte ein Sprecher der bayerischen Polizei. Dennoch warnt der ADAC vor der unberechenbaren Situation. "Vieles ist wie das Lesen aus einer Glaskugel. Sicher ist nur, dass das Epizentrum der Verkehrsbehinderungen rund um Elmau sein wird. Wie weit es ausstrahlt, kann man nicht sagen", sagt der Sprecher.

Auch der Ausflugsverkehr in die Berge südlich von München wird vom Gipfel betroffen sein. Am Pfingstwochenende selbst erwartet der ADAC noch keine größeren Einschränkungen, vom mittleren Ferienwochenende an jedoch konstante. Den Fernverkehr wird die Polizei während der Gipfeltage und auch schon davor weiträumig um das Werdenfelser Land herumleiten. Sollte das Wetter bei der An- und Abreise der G-7-Gäste Hubschrauberflüge verhindern, wird auch auf den Straßen vom Flughafen über München bis Garmisch-Partenkirchen mit Staus und Sperrungen zu rechnen sein. Dann müssten Barack Obama und seine Kollegen mit dem Auto nach Elmau oder zurück nach München fahren. Deshalb ist am Montag möglicherweise auch der Berufsverkehr im Großraum München beeinträchtigt. Ganz sicher gilt das für das Werdenfelser Land, in dem deshalb die Schule erst wieder am Dienstag beginnt.

Auch der Münchner Flughafen steht vor einer großen Herausforderung: Der normale Flugbetrieb soll weitgehend aufrecht erhalten bleiben, wenn die G-7-Teilnehmer am Sonntag an- und am Montag abreisen. Beim letzten Gipfel in Deutschland 2007 in Heiligendamm wurde für die Delegationen der Rostocker Flughafen kurzerhand dichtgemacht. Das geht am zweitgrößten deutschen Airport nicht. Dennoch sollten Reisende etwas mehr Zeit einplanen, wenn sie um das Datum des Gipfels zum Flughafen wollen.