CSU-Chef zu Wulff-Affäre Seehofer warnt vor "Kumpanei" mit Journalisten

Gute Ratschläge vom CSU-Chef: Angesichts der Debatte um das Verhältnis von Bundespräsident Wulff zu "Bild"-Chef Diekmann rät Seehofer seinen Kollegen zu einem distanzierten Verhältnis zu Medien. Und der FDP weist er einen Weg aus der Krise.

Von Robert Roßmann und Mike Szymanski, Wildbad Kreuth

Angesichts der Debatte um das Verhältnis von Bundespräsident Christian Wulff zu Bild-Chefredakteur Kai Diekmann empfiehlt CSU-Chef Horst Seehofer Politikern ein "distanziertes Verhältnis" zu den Medien. Seehofer sagte in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung, er "habe in 30 Jahren eine Menge an Wellenbewegungen im Zusammenwirken mit den Medien erlebt". Er möchte "keine Kumpanei". Das sei "manchmal schwierig, weil das auch Freundschaften verbietet. Aber es ist notwendig. Eine natürliche innere Distanz ist gut."

CSU-Chef Horst Seehofer rät Politikern zu einem distanzierten Umgang mit den Medien.

(Foto: dapd)

Seehofer hatte vor allem nach dem Bekanntwerden seiner Affäre und seines außerehelichen Kindes im Fokus der Berichterstattung von Boulevard-Medien gestanden. Der CSU-Chef sagte, dabei habe ihm "als Minister, als Parteichef und als Privatmann" sein "eigener Krisenbewältigungsmechanismus" geholfen.

Seinem Koalitionspartner FDP erteilte Seehofer in dem Interview Ratschläge für den Weg aus der Krise. Die CSU wolle "eine stärkere FDP", sagte Seehofer. Die Liberalen müssten dafür aber einen "modernen Liberalismus in dieser globalisierten Welt und vielfältigen Gesellschaft beschreiben". Im letzten Jahrzehnt habe sich viel verändert. "Es ist nicht mehr alles so, wie es in den Zeiten von Hans-Dietrich Genscher war".

Politik lebe immer von zwei Komponenten: "Das eine ist die programmatische Ausrichtung - da hat die FDP selber erkannt, dass die Reduzierung auf eine Steuersenkungspartei zu wenig ist. Und das andere sind authentische Persönlichkeiten." Für die bayerische FDP ist Seehofer zuversichtlich. Diese sei "in der Regierungsarbeit stabil". Er "traue ihr zu, sich aus dem Bereich unter fünf Prozent zu befreien."

Das volllständige Interview lesen Sie in der Wochenendausgabe der Süddeutschen Zeitung.