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Garmisch-Partenkirchen:Reiserückkehrerin wohl für Corona-Infektionen verantwortlich

Garmisch-Partenkirchen

Der heftige Corona-Ausbruch im bayerischen Garmisch-Partenkirchen soll auf eine US-amerikanische Touristin zurückgehen.

(Foto: dpa)

Garmisch-Partenkirchen ist neuer Corona-Hotspot. 33 Neuinfektionen sollen auf eine junge Frau zurückgehen. Nun verschärft die Marktgemeinde die Corona-Maßnahmen.

Von Linus Freymark

Im oberbayerischen Ferienort Garmisch-Partenkirchen ist die Zahl der Corona-Fälle sprunghaft angestiegen. Nach 33 Neuinfektionen am Freitag hat das Landratsamt neue Maßnahmen in der 26 000-Einwohner-Marktgemeinde beschlossen. Gastronomiebetriebe müssen die kommenden sechs Tage bereits um 22 Uhr schließen, zudem dürfen sich nur noch fünf Personen im öffentlichen Raum treffen. Hinzu kommt eine Beschränkung der Teilnehmerzahl bei privaten Veranstaltungen: Diese liegt im Freien bei 100 Personen, in geschlossenen Räumen bei 50.

"Aus medizinischer Sicht ist mit einem weiteren deutlichen Anstieg der Infektionen im Landkreis zu rechnen", teilte das Landratsamt mit. "Wir wollen das Nachtleben, das der Auslöser war, runterfahren." Verursacht worden sein sollen die vielen Neuinfektionen durch eine US-Amerikanerin mit Wohnsitz in Garmisch-Partenkirchen, die im von den US-Streitkräften bewirtschafteten Hotel Edelweiß arbeitet. Zunächst hatte es von Seiten der Behörden geheißen, die Frau sei Angehörige der Streitkräfte. Andere Medien hatten berichtet, die Frau sei Touristin. Beides stimmt offenbar nicht.

Allein 23 der 33 Fälle sind nach Angaben des Landratsamts unter US-Soldaten aufgetreten. Die Frau wäre damit eine sogenannte Superspreaderin. Die bisher zehn weiteren bestätigten Infektionen sind nach ersten Erkenntnissen darauf zurückzuführen, dass die US-Amerikanerin in den vergangenen zwei Wochen mehrere Restaurants und Bars besucht hatte, obwohl sie Krankheitssymptome zeigte. Die Frau soll Ende August oder Anfang September nach Deutschland eingereist sein. Allerdings nicht aus den USA, wie es zunächst hieß, sondern aus dem europäischen Ausland. Ob sie möglicherweise Quarantäne-Regeln missachtete, ist noch unklar.

Die Rückverfolgung der Infektionsketten gestalte sich schwierig, da bislang unklar sei, mit wem die Frau in den Gaststätten Kontakt hatte und an welchen Tagen genau sie unterwegs war, sagte Landratsamtssprecher Stephan Scharf der SZ. Die Marktgemeinde hat deshalb einen Aufruf gestartet, der sich vor allem an jüngere Leute richtet: Wer in den vergangenen 14 Tagen Bars und Kneipen in Garmisch-Partenkirchen besucht hat, wird gebeten, sich einem kostenlosen Corona-Test zu unterziehen.

Mit den 33 neuen Corona-Fällen liegt der Inzidenzwert in Garmisch-Partenkirchen nun bei 54. Der Wert gibt an, wie viele Infektionen es in den vergangenen sieben Tage je 100 000 Einwohner gegeben hat. Während in anderen Kommunen ab einem Inzidenzwert von 50 schärfere Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung greifen, liegt dieser kritische Grenzwert in Garmisch-Partenkirchen bei 45.

© SZ.de/lfr/gal

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