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Brennerbasistunnel:Bahn erkundet Trassen im Inntal

Die Deutsche Bahn hat mit weiteren Bodenerkundungen für eine mögliche neue Zulauftrasse Richtung Brennerbasistunnel begonnen. Nach ersten Bohrungen im südlichen Inntal im vergangenen Jahr soll nun der Untergrund rund um Rosenheim an 44 Stellen untersucht werden. "Wir erwarten uns vertiefte Kenntnisse über die Bodenbeschaffenheiten und damit wichtige Hinweise für die weiteren Planungsschritte", sagte DB-Projektleiter Christian Tradler am Freitag. Unter anderem gehe es um die Grundwasserverhältnisse und die jeweiligen geologischen Strukturen.

Unter anderem soll ein zwölf Meter hoher Bohrturm in Kolbermoor eine Erkundung bis in 60 Meter Tiefe ermöglichen. Die Bohrtechnik vermeide Erschütterungen, heißt es von der Bahn. Die Stellen, an denen gebohrt wird, geben noch keinen Hinweis auf den Verlauf der künftigen Trasse. Auf welchem Weg die neuen Gleise rund um Rosenheim und weiter durchs Inntal Richtung Brenner führen sollen, versucht die Bahn in einem Planungsverfahren mit Bürgerbeteiligung festzulegen. Dieses Verfahren und auch das ganze Projekt stoßen jedoch auf heftige Kritik von betroffenen Kommunen und von mehr als einem Dutzend Bürgerinitiativen mit insgesamt mehr als 4000 Mitgliedern. Nach ihrer Ansicht wird die neue Strecke statt einer Entlastung des Inntals und der Brennerstrecke vom Lastwagenverkehr nur noch mehr Lärm und Verkehr bringen. Zudem sei der Neubau nicht nötig, weil die Kapazitäten der bestehenden beiden Gleise auch dann noch ausreichen würden, wenn der Brennerbasistunnel nach derzeitiger Planung im Jahr 2028 eröffnet wird. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) hingegen hat Ende Januar Verkehrsprognosen bis 2050 vorgelegt, die einen neuen Brenner-Nordzulauf langfristig als notwendig erscheinen lassen.