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Umwelt- und Naturschutz:SPD will Änderungen am Artenschutz-Paket

Bilder des Sommerhimmels über München, Waldenburg und La Palma (Hochgebirge ohne Lichtverschmutzung)
fotografiert von Eckhard Slawik aus Grafing

Ein Himmel ohne Lichtverschmutzung würde nachtaktiven Tieren bei der Orientierung helfen.

(Foto: Eckhard Slawik/oh)

Die SPD will die nächtliche Beleuchtung privater Gebäudefassaden in Bayern verbieten. Ihre Pläne zum Artenschutz gehen über die der schwarz-orangen Koalition hinaus.

Zum Schutz nachtaktiver Insekten und anderer Tiere fordert die Landtags-SPD, die nächtliche Beleuchtung privater Gebäudefassaden in Bayern zu verbieten. Die Sozialdemokraten gehen damit über die Pläne der schwarz-orangen Koalition hinaus, nach denen lediglich die Beleuchtung öffentlicher Gebäude untersagt werden soll, also von Schlössern, Rathäusern, Kirchen oder Ämtern und Behörden.

Es sei "unerlässlich", auch bei privaten Gebäudefassaden eine kunstlichtfreie "Nachtruhe" zwischen 23 Uhr und der Morgendämmerung einzuführen, heißt es in einem von mehreren Änderungsanträgen der SPD, mit denen diese Korrekturen am Artenschutz-Paket der Koalition erreichen will. Rund die Hälfte der Tierarten in Bayern sei nachtaktiv, argumentieren die Sozialdemokraten. "Viele Insekten, Wildkatzen und Fledermäuse, aber auch Amphibien und Reptilien leiden unter den künstlichen Lichtern der Nacht." Zugvögel verlören die Orientierung, Insekten würden vom Licht angezogen "und sterben dort vor Erschöpfung oder fallen ihren Fressfeinden zum Opfer". Aber auch für den Menschen sei es "schädlich, wenn die Nacht zum Tag gemacht wird". Die SPD verweist zudem auf die mögliche Energieeinsparung. Außerdem will die SPD sogenannte Steingärten eindämmen: "Die artenschutzgerechte Begrünung von Flächen und die Vermeidung von Versiegelung soll angestrebt werden", heißt es in dem entsprechenden Änderungsantrag. Zudem fordert die SPD flächendeckend Artenschutz-Berater bei den Naturschutzbehörden.

SPD-Fraktionschef Horst Arnold erklärte, die SPD liefere "handfeste Verbesserungsvorschläge" und greife damit Forderungen von Naturschutzverbänden, Landwirten und aus der Wissenschaft auf. Der Umweltexperte Florian von Brunn sagte: "Wir wollen insbesondere die bayerischen Wälder und Teiche mit den dort lebenden Arten schützen, die Lichtverschmutzung in den Städten eindämmen sowie die Begrünung von Flächen fördern, statt sie immer weiter zu versiegeln." Das Gesetzespaket für mehr Umwelt-, Natur- und Artenschutz, das die schwarz-orange Koalition in Reaktion auf das Rekord-Volksbegehren "Rettet die Bienen" vorgelegt hat, ist im Landtag auf der Zielgeraden. Vor der Sommerpause soll das Paket dann endgültig beschlossen werden.