Weihnachten Was Bayerns Polizei an den Feiertagen erlebte

Zwei Züge stießen an Heiligabend bei einer Rangierfahrt in München zusammen.

(Foto: Bundespolizei)

Die Liste an teils skurrilen, teils tragischen Zwischenfällen ist lange: In Schwaben verletzt sich eine Frau beim Christbaumloben, in Niederbayern greift ein Eifersüchtiger zum Pfefferspray - und auch die Bahn ist betroffen.

Betrunkene Frau verletzt sich bei Sturz nach "Christbaumloben"

Im schwäbischen Memmingen war eine 42-jährige Frau nach dem Weihnachtsbrauch "Christbaumloben" so betrunken, dass sie vom Rettungsdienst versorgt werden musste. Wie die Polizei mitteilte, wollte die Frau in der Nacht zum Mittwoch nach dem ausgiebigen Lob des Christbaums eines Nachbarn nach Hause gehen, als sie auf dem Weg das Gleichgewicht verlor und gegen einen parkenden Pkw stürzte.

Bei dem Aufprall verletzte sich die Betrunkene so stark, dass sie bewusstlos wurde. Ihre Begleitung rief den Rettungsdienst, der die stark alkoholisierte Frau vor Ort versorgen konnte.

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Das "Christbaumloben" ist ein Brauch, der vor allem im bayerischen Teil Schwabens und in Baden-Württemberg praktiziert wird. Im Fokus der Tradition steht das übertriebene Loben der Christbäume von Familienmitgliedern und Bekannten, wobei jedes Lob mit Hochprozentigem honoriert wird.

ICE stoßen bei Rangierfahrt zusammen - hoher Schaden

Zwei ICE-Züge der Deutschen Bahn sind in München bei Rangierfahrten zusammengestoßen. Verletzt wurde niemand, es entstand jedoch hoher Sachschaden, wie die Bundespolizei mitteilte.

Der Unfall ereignete sich an Heiligabend vor der Werkshalle des ICE-Betriebswerkes. Ein ICE stand unmittelbar vor der Einfahrt in die Werkshalle, als ein weiterer ICE denselben Gleisabschnitt mit etwa 25 km/h befuhr. Es kam zum Zusammenstoß der beiden Züge. Dabei wurden beide Fahrzeuge erheblich beschädigt, sie waren nicht mehr fahrbereit.

Zudem entgleisten bei dem stehenden Zug zwei Achsen. Nach einer vorläufigen Schätzung beträgt der Schaden an beiden Zügen mindestens 100 000 Euro.

Wenn der Braten nicht mundet - Polizei rückt wegen Streit um Zeche an

Es sollte ein festliches Weihnachtsessen mit Braten werden - und endete mit einem Polizeieinsatz. Wie die Polizei am mitteilte, war am ersten Weihnachtstag ein Mann mit seiner Familie in einem Hotel in Gersthofen bei Augsburg erschienen, um ein zünftiges Mahl einzunehmen. Die Gesellschaft speiste, aber als es an das Zahlen gehen sollte, stellte sich das Familienoberhaupt quer.

Der Mann weigerte sich, die Rechnung vollständig zu begleichen. Unter anderem reklamierte er die Qualität von drei Zwiebelrostbraten, die teilweise schon verzehrt waren. Das Hotelmanagement wies die Reklamation zurück. Weil der Streit nicht zu schlichten war, rückte schließlich die Polizei an. Auch das konnte den Mann nicht zum Bezahlen der Rechnung animieren. Die Folge war eine Anzeige wegen Zechbetrugs.

Streit aus Eifersucht: Pfefferspray in Nachtclub versprüht

In einem Nachtclub in Passau hat ein Mann am frühen Mittwochmorgen Pfefferspray versprüht. Acht Besucher klagten über Augenreizungen und Atemwegsprobleme, drei wurden ins Krankenhaus eingeliefert.

Nach ersten Ermittlungen geht die Polizei von einer Eifersuchtstat aus: Der Mann war zuvor mit dem neuen Partner seiner Ex-Freundin in Streit geraten. Nach dem Einsatz des Pfeffersprays wurde der Nachtclub geschlossen, rund 200 Gäste verließen das Lokal. Der Beschuldigte wurde festgenommen.

Zweijähriger unternimmt heimlich Weihnachtsspaziergang

Am Morgen des zweiten Weihnachtsfeiertages schlich sich ein zweijähriger Junge in Wildenheid (Landkreis Coburg) aus dem Schlafzimmer seiner Eltern. Er schloss die Tür, ohne jemanden zu wecken und spazierte barfuß und im Schlafanzug durch die Nachbarschaft. Einem Bewohner fiel der Junge schließlich auf, er wickelte ihn in eine Decke und brachte ihn auf die nächste Polizeidienststelle.

Nach Angaben der Polizei wurde der Junge auf dem Revier mit warmem Tee und Weihnachtsgebäck versorgt, bis die von den Beamten verständigte Mutter eintraf. Bevor der Ausreißer den Heimweg antrat, wollte er unbedingt noch einen Zeichentrickfilm zu Ende schauen, den die Polizisten für ihn angeschaltet hatten.