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Landesamt für Umwelt:Mikroplastik in der Tierwelt

Forscher untersuchen, wie belastet Fische sind. Grüne fordern Konzept zur Müllvermeidung

Mikroplastik ist überall in den bayerischen Seen und Flüssen vorhanden. Das zeigen die Forschungen, die seit 2014 am Landesamt für Umwelt (LfU) laufen. Demnächst startet an der Behörde ein neues Projekt. Dabei wird untersucht, ob und inwieweit die winzig kleinen Kunststoffteilchen bereits in der Fischwelt vorkommen. Außerdem soll ein Muschelmonitoring an den Flüssen und Bächen in Bayern Aufschluss über die Quellen und Eintragswege von Mikroplastik in die Gewässer geben. Das hat Umweltminister Thorsten Glauber (FW) bekannt gegeben.

"Die aktuellen Ergebnisse zeigen: Plastik belastet unsere Umwelt und Tierwelt", sagte Glauber. "Deshalb setzen wir uns für eine deutliche Reduktion der Kunststoffabfälle ein. Jedes Plastikteil, das nicht in der Natur landet, kann auch nicht zu Mikroplastik in den Gewässern werden." Bei dem Mikroplastik in den Flüssen und Seen im Freistaat handelt es sich laut LfU zumeist um sogenanntes sekundäres Mikroplastik. Das sind Plastikrückstände, die aus dem Zerfall von größerem Kunststoffteilen wie achtlos zurückgelassener Plastikmüll herrühren. Dagegen spielt primäres Mikroplastik, also zum Beispiel winzig kleine Kunststoffperlen aus Körperpflegeprodukten, laut LfU in Bayern keine nennenswerte Rolle. Außerdem hätten die bisherigen Forschungen gezeigt, dass Muscheln aufgenommenes Mikroplastik wieder ausscheiden können. Die Auswirkungen auf ihren Stoffwechsel seien gering. Eine abschließende Risikobewertung sei aber erst in Verbindung mit dem neuen Forschungsprojekt möglich. Die Landtags-Grünen hingegen fordern ein wirksames Konzept gegen Mikroplastik und Plastikmüll. Seit vielen Jahren sei bekannt, dass Mikroplastik nicht nur in der Umwelt, sondern auch bereits in der Nahrungskette und im Menschen vorkomme, sagte der Grünen-Abgeordnete Christian Hierneis. "Wir müssen die alarmierenden Einträge in unsere Gewässer verhindern, statt noch einmal alles auf die lange Bank zu schieben, um zu erforschen, was längst bekannt ist."

© SZ vom 19.02.2021 / cws/van
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