Wirtschaft in Bayern:Wohnungsgesellschaften streichen zahlreiche Bauvorhaben

Wirtschaft in Bayern: Schon seit Längerem geht es beim Wohnungsbau in Bayern schleppend voran. Für das kommende Jahr sieht die Prognose nicht besser aus.

Schon seit Längerem geht es beim Wohnungsbau in Bayern schleppend voran. Für das kommende Jahr sieht die Prognose nicht besser aus.

(Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa)

Gespart werde nicht nur bei den Neubauten, sondern auch bei Modernisierungen und energetischen Sanierungen. Der Hauptgrund dafür seien die hohen Kosten, heißt es vom Verband.

Neben vielen privaten Bauträgern streichen auch die gemeinwohlorientierten Wohnungsgesellschaften Bayerns serienweise neue Bauprojekte. Der Verband bayerischer Wohnungsunternehmen (VDW) geht davon aus, dass seine gut 500 Mitgliedsfirmen im nächsten Jahr mehr als zehn Prozent ihrer ursprünglich geplanten 4263 neuen Wohnungen streichen. Das teilte der Verband am Dienstag in Nürnberg mit, zu dessen Mitgliedern hauptsächlich Wohnungsgenossenschaften und kommunale Gesellschaften zählen.

Tatsächlich neu bauen werden diese Unternehmen demnach im kommenden Jahr voraussichtlich nur 3778 Wohnungen. Grundlage dieser Zahlen ist eine interne Umfrage des VDW unter den Unternehmen. Noch kräftiger gespart wird demnach bei den Modernisierungen, inklusive energetischer Sanierungen. Laut VDW streichen die Unternehmen mehr als jede fünfte geplante Wohnungsmodernisierung, von 2728 geplanten Vorhaben würden 2012 durchgeführt. Gestrichen sind demnach auch 716 energetische Modernisierungen.

Verbandsdirektor Hans Maier sieht derzeit "historisch schlechte Rahmenbedingungen" für den Wohnungsbau: "Die Unternehmen sehen aufgrund der hohen Kosten keinen Weg mehr, ihre Projekte wirtschaftlich umzusetzen." Das bezieht sich darauf, dass sowohl die eigentlichen Baukosten wie auch die Finanzierungskosten wegen des Anstiegs der Zinsen erheblich gestiegen sind.

Der Wohnungsbau geht bereits in diesem Jahr zurück, zudem ist auch die Zahl der Baugenehmigungen bundesweit eingebrochen. Insofern sehen Maier und andere Fachleute aus Bau- und Immobilienbranche bislang kein Ende des Negativtrends.

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