Bad Neustadt:"Ärger" als Mordmotiv

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In Unterfranken sind zwei Männer angeklagt, die einen 26-Jährigen brutal ums Leben gebracht haben sollen. Angeblich hatte einer der beiden Schulden bei dem Mann - und soll über dessen Rückforderung verstimmt gewesen sein.

Von Olaf Przybilla

Im November entdeckten Spaziergänger an einem Radweg in Bad Neustadt (Kreis Rhön-Grabfeld) den Leichnam eines jungen Mannes, der Fund löste große Unruhe in der unterfränkischen Kreis- und Kurstadt aus. An diesem Dienstag nun beginnt in der Schweinfurter Stadthalle der Mordprozess gegen zwei Männer, die den 26-Jährigen getötet haben sollen. Laut Staatsanwaltschaft ist der Anlass für die Tat banaler Art gewesen. Angeblich hat sich ein zum Tatzeitpunkt 18 Jahre alter Mann über den 26-Jährigen geärgert und soll sich daraufhin mit einem damals 21-Jährigen zu der Tat verabredet haben.

Laut Ermittlern soll der 26-Jährige den 18 Jahre alten Hauptbeschuldigten auf dem Handy um Drogen gebeten und dieser Bitte mit dem Verweis auf eine niedrige dreistellige Summe Nachdruck verliehen haben, die der 18-Jährige dem 26-Jährigen offenbar schuldete. Gemeinsam mit dem zweiten Hauptbeschuldigten sollen sich die drei Männer daraufhin an einem Spielplatz in der Kurstadt für ein Treffen verabredet haben. Der Staatsanwaltschaft zufolge entliehen sich die beiden Hauptbeschuldigten auf dem Weg dorthin zwei Küchenmesser bei einem Zeugen und lotsten den 26-Jährigen unter einem Vorwand zum späteren Tatort an einem Radweg.

Mithilfe einer Bierflasche, die der 18-Jährige laut Anklagebehörde als Schlagwerkzeug nutzte, sowie zahlreicher Messerstiche sollen die beiden Männer den 26-Jährigen dort anschließend brutal ums Leben gebracht haben. Trotz zahlreicher Attacken hat der 26-Jährige den Angriff wohl zunächst überlebt. Den Ermittlungen zufolge verblutete er am Tatort, angeblich im Beisein der beiden nun angeklagten Männer. Laut Ermittlern sollen die Angreifer währenddessen geraucht haben.

Angeklagt ist am Landgericht Schweinfurt auch ein zum Tatzeitpunkt 20 Jahre alter Mann, bei dem die beiden Hauptbeschuldigten auf dem Weg zum Tatort ein weiteres Tatwerkzeug - ein Klappmesser - beschafft und ihre Absicht angekündigt haben sollen. Er ist wegen Beihilfe zum Mord angeklagt, die beiden anderen Männer wegen Mordes. Zwei der Angeklagten waren zum Tatzeitpunkt Heranwachsende. Ein Urteil wird voraussichtlich für den 27. Oktober erwartet.

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