Augsburg:Geprellt von der Stadtsparkasse

Lesezeit: 1 min

Sparkasse erhöht Gebühren für Girokonten

Nicht immer arbeiten die Geldautomaten sauber.

(Foto: Oliver Berg/dpa)

Harun Yilmaz wollte bei der Bank Scheine tauschen, bekam aber zu wenig Wechselgeld. Doch ein Angestellter untersuchte die Maschine erst, als die Polizei anrückte.

Von Christian Rost

Sieben Monate lang suchte Harun Yilmaz einen Job. Der gelernte Einzelhandelskaufmann aus Augsburg bewarb sich für alle möglichen Stellen: als Verkäufer, Detektiv und Pförtner. Seit der 37-Jährige einen Arbeitsunfall bei der Post hatte und keine schweren Pakete mehr schleppen kann, kommt für ihn nur noch eine leichtere Tätigkeit in Frage.

Doch bislang liefen alle Bewerbungen ins Leere. Vor einigen Wochen dann ein Lichtblick: Er wurde zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen und rechnete sich gute Chancen aus. Doch dann machte ihm eine Maschine einen Strich durch die Rechnung.

Dass man der Technik nicht blind vertrauen sollte, ist hinlänglich bekannt. Doch Harun Yilmaz vertraute man noch weniger als einer Maschine. Und das kam so: Auf dem Weg zu seinem Vorstellungsgespräch wollte er bei der Stadtsparkasse Geld wechseln. Vier 100-Euro-Scheine und zwei 50er steckte er in einen Wechselautomaten, der dann allerdings nur 350 Euro Hartgeld ausspuckte. 150 Euro behielt die Kiste einfach ein.

"Das ist viel Geld für mich", sagte Yilmaz und beschwerte sich am Schalter. Dort bekam er mitgeteilt, dass die Maschine keine Fehler mache. Es half auch nichts, dass der Mann schwor, 500 Euro in das Gerät gesteckt zu haben. Die Schaltermitarbeiter wollten es trotzdem nicht öffnen. Dem geprellten Kunden blieb dann nur der Weg zur nächsten Polizeiinspektion.

Zwei Beamte mit gesundem Menschenverstand begleiteten Harun Yilmaz zurück zur Bank. Doch auch die Uniformen beeindruckten die Schaltermitarbeiter zunächst nicht. Es bedurfte einer längeren Diskussion und einer deutlichen Anweisung der Beamten, ehe der Wechselautomat geöffnet wurde. Und siehe da: Im Geldfach lagen ein Hunderter und ein Fünfziger. Zwei Stunden, nachdem er die Scheine in den gefräßigen Automaten gesteckt hatte, bekam Yilmaz sie zurück.

Mehr konnten die Polizisten für den Mann nicht tun, der inzwischen sein Vorstellungsgespräch versäumt hatte. Die Stelle hat ein anderer Bewerber bekommen. Bei der Sparkasse bedauerte man den Vorfall, verteidigte aber das Misstrauen: In einer Bank erlebe man allerhand, sagte ein Sprecher. Harun Yilmaz kann dem nur zustimmen.

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