
Sachbuch:Wer soll diese Leere füllen?
Der Politologe Jan-Werner Müller erkundet in seinem neuen Buch „Straße, Platz, Palast“ den Zusammenhang zwischen Architektur und Macht.

Der Politologe Jan-Werner Müller erkundet in seinem neuen Buch „Straße, Platz, Palast“ den Zusammenhang zwischen Architektur und Macht.

Antonio Scuratis gigantischer Romanzyklus über Benito Mussolini hat Italiens Blick auf seine Vergangenheit erschüttert. Nun ist der letzte Band erschienen, „M“. Er ist: eine Warnung.

Der Journalist Paul Ingendaay erzählt in seiner historischen Reportage „Entscheidung in Spanien“ erschütternd, wie Künstler aus ganz Europa in den Spanischen Bürgerkrieg zogen: Der letzte Kampf für politischen Idealismus.

All diese schrecklichen Gestalten, die die Grausamkeit des Krieges mit sich herumtragen, ohne darüber sprechen zu können: Norbert Gstreins Roman „Im ersten Licht“ ist so großartig wie quälend wahrhaftig.

Der Historiker Jörg Baberowski hat ein Buch über die Krise der liberalen Demokratie geschrieben, in dem die AfD nicht vorkommt – ihre Positionen aber schon.

Weimar und Jena sind als intellektuelle Hauptstädte der deutschen Aufklärung weltbekannt. Gotha nicht. Das sollte sich dringend ändern.

Die freigegebenen Akten zeigen es: Noam Chomsky, Sprachwissenschaftler, Imperialismuskritiker und moralisches Gewissen der amerikanischen Intellektuellen, hielt bis zuletzt zu seinem Freund Jeffrey Epstein. Was bleibt von seinem Ruf?

Cees Nooteboom ist in all seinen Büchern viel unterwegs gewesen – mit Schwermut und Leichtigkeit erzählte der niederländische Schriftsteller davon, dass man weder in der Fremde noch in der Heimat jemals wirklich ankommen kann. Nun ist er mit 92 Jahren gestorben.

Ein Kleinod über das Altern: In Stewart O’Nans Roman „Abendlied“ passiert auf die schönstmögliche Weise so gut wie gar nichts. Die Hauptfiguren sind die Zwischentöne.

Erstmals auf Deutsch: Der italienische Philosoph Ernesto de Martino versuchte die Aufklärung zu vollenden, indem er in der Provinz magische Phänomene dokumentierte.

In der Essaysammlung „Im Augenblick“ wühlt sich der norwegische Literaturstar Karl Ove Knausgård erneut durch die Welt und sein Inneres wie durch ein verstopftes Abflussrohr. Er will unbedingt wissen: Wie wirklich ist die Wirklichkeit?

Conrad Ferdinand Meyer war der Starautor des späten 19. Jahrhunderts. Eine brillante Biografie von Philipp Theisohn untersucht, wer dieser Schriftsteller tatsächlich war – und entdeckt einen ungeheuren Stoff.

Die französische Schriftstellerin George Sand war schon fast vergessen. Jetzt hat der Hanser-Verlag ihren Roman „Nanon“ neu übersetzen lassen – und hebt sie endgültig in den Rang eines Klassikers.

Goethe und Weimar gehören zusammen, sind ein Topos, ein Monument deutscher Kultur: Aber als junger Mann schwankte auch der Dichter, und es hätte alles anders ausgehen können. Am 7. November 1775 kam er aber doch an: vor genau 250 Jahren.

Wenn man nur für 100 Seiten Zeit hätte, um Rainer Maria Rilke zu verstehen, müssten das unbedingt diese von Clemens J. Setz sein. Welch außerordentlicher Dichter er selbst ist, erweisen seine gleichzeitig erscheinenden Aufzeichnungen.

In den Schützengräben des Donezk stirbt es sich heute vermutlich nicht anders als damals in den litauischen Wäldern: Der verschollene Partisanenroman „Europäische Erziehung“ des Luftwaffenpiloten und Schriftstellers Romain Gary liest sich jetzt wieder wie neu.

Seit Donald Trump die großmächtige Harvard-Universität zum Gegner erklärt hat, wittert die weltweite Konkurrenz neue Chancen. Über das seltsam fehlgeleitete Verlangen europäischer Universitäten, um jeden Preis zur „Elite“ zu gehören.

Mitgeweint muss werden: Die neuen Erzählungen des Briten Graham Swift wollen an unsere Gefühle ran. Spricht das nun für oder gegen sie?