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Top 5 - Auto-Meldungen der Woche:Enttäuschung für redseligen Opel-Besitzer

Ein überraschender Auktionserfolg, der im Frust endet, das große Van-Sterben bei Opel und höchst missverständliche Autonamen: die spannendsten Meldungen der Autowoche.

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Ebay-Versteigerung: Firat Demirhan mit seinem Opel Tigra.

Quelle: dpa

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Ein neues Modell, ein überraschendes Gerichtsurteil, eine skurrile Meldung: Ab sofort präsentieren wir die spannenden Mobil-Themen freitags in den "Top 5 der Woche".

Ungeplante Wertsteigerung - und ungeplanter Frust

Der Opel Tigra ist klein, nicht sonderlich praktisch, bestimmt nicht gutaussehend und lange nicht so dynamisch, wie es auf den ersten Blick scheint. Dafür ist er billig. Bei den einschlägigen Internetbörsen werden Dutzende Exemplare des kleinen Coupés für ein paar hundert Euro gehandelt. Mit höchstens 800 Euro hatte der Justizvollzugsbeamte Firat Demirhan gerechnet, als er seinen 18 Jahre alten Opel Tigra bei Ebay zum Verkauf anbot. Als die Auktion beendet war, stand der Zähler aber bei 55 750 Euro.

Der Wahnsinnspreis für den kleinen grünen Opel hatte wohl weniger mit dem Auto als vielmehr mit der Anzeige zu tun. Ausgedruckt ist die Artikelbeschreibung sechs Seiten lang, wobei der Verkäufer den wenigsten Platz für die Beschreibung des zu verstiegernden Objekts verwendet. Stattdessen ging es um die intensive Beziehungen zu seinem Auto und zu seiner Freundin, um ihre Marotten und die Schwangerschaft. Die bevorstehende Geburt ihres Kindes ist nämlich der Grund für den Verkauf - und die Tatsache, dass Demirhans Freundin das Auto nicht leiden kann. Ein anonymer Geschäftsmann fand die Geschichte anscheinend so rührend, dass er den verlebten Opel für mehr als 50.000 Euro ersteigerte. Oder doch nicht?

Jedenfalls platzte jetzt die Übergabe von Geld und Auto, wie mehrere Medien übereinstimmend berichten. Demirhan hat Ebay informiert, ein Anwalt ist eingeschaltet. Schade, dass eine schöne Geschichte so endet.

Linktipp: Top 5 - Die Automeldungen der vergangenen Woche.

Opel Meriva

Quelle: www.weigl.biz; ; Adam Opel AG

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Es crossovert sehr

Die Marke Opel baut vernünftige Autos, keine Frage. Doch echte Kernkompetenzen bringt man den Rüsselsheimer nicht mehr in Verbindung. Vielleicht noch "praktische und bezahlbare Familienautos". Agila, Meriva, Zafira und sogar der Combo: Die vielseitigen und anspruchslosen Familienfreunde haben eine treue Fangemeinde. Trotzdem verdient die Marke mit ihren klassischen Vans kaum Geld, denn die Nachfrage lässt nach und die Margen sind gering. Also lässt Opel das mit den Vans bald sein, berichtet jedenfalls die Fachzeitschrift Auto/Straßenverkehr.

An die Stelle von Meriva und Zafira treten, natürlich, Crossover. Klingt modern und wirkt praktisch, schließlich werden unterschiedliche Autosegmente zu einem neuen verwoben. Das fertige Produkt soll das Beste aus zwei Welten bieten. Dass in den Kosten für das Auto und den dafür nötigen Sprit ein ordentlicher Crossover-Zuschlag enthalten ist, freut die Auto- und die Ölindustrie. Der Kunde nimmt es in Kauf, denn in einem Crossover - und das ist meist das Killerargument - sitzt er etwas erhöht, weshalb er den Verkehr besser überblicken kann. Es sei denn, er fährt direkt hinter einem anderen Crossover. Bahnt sich da etwa ein Teufelskreis an?

Audi A3 e-tron

Quelle: Audi

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Beliebte Exkremente

Es ist eine dieser Überschriften, die einen entweder anwidern oder erst recht neugierig machen: "'Kothaufen' verkauft sich in Frankreich gut." Was man von einer Internetseite, die auf billige Klicks aus ist, erwartet hätte, stand neulich über einer DPA-Meldung. Vier Sätze später - länger ist die Meldung auch nicht - ist der Leser schlauer, wenn auch nicht viel. Audi ist mit dem Absatz des A3 e-tron, eines Hybridautos, dessen Batterie sich an der Steckdose aufladen lässt, zufrieden. Dass das französische Wort "étron" übersetzt "Kothaufen" bedeutet, sei laut Audi-Vertriebschef Luca de Meo kein Grund für die Franzosen, nicht zu diesem Plug-In-Hybriden zu greifen.

Konkrete Zahlen nannte de Meo freilich nicht. Schade, denn es wäre schon interessant, ob die Verkaufszahlen in Frankreich den - und in diesem Zusammenhang passt das Wort nun wirklich - besch...eidenen Absatz in Deutschland aufwiegen.

Ferrari 288 GTO und F40

Quelle: AP

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Autoklassiker im Ausverkauf

27 Autos für etwa 28 Millionen Euro: Man könnte John Collins für verrückt erklären, ihn aber auch zum Auto-Visionär adeln. Tatsächlich hat John Collins mit der von ihm kürzlich erstandenen Autosammlung ein echtes Schnäppchen gemacht und sich nebenbei die Altersvorsorge gesichert.

Der britische Autonarr hat nämlich nicht irgendwelche Allerweltsautos erstanden, sondern echte Klassiker, die schon bald für Rekordsummen gehandelt werden dürften. Ferrari 288 GTO und F40 (hier auf einem Archivbild), Aston Martin One-77, Mercedes 300 SL Flügeltürer oder Porsche 959 - die Sammlung enthält einige hochexklusive, aber sehr begehrte Modelle.

Welche Dimensionen die Wertanlage einmal erreichen könnte, ist derzeit nur schwer zu kalkulieren. Dass Collins einen ausgezeichneten Schnitt machen wird, gilt aber als sicher. Die letzten großen Auktionen haben gezeigt, in welche Richtung sich der Oldtimermarkt derzeit entwickelt. Da werden schon mal 14,2 Millionen Euro bezahlt - für ein Auto wohlgemerkt.

Goodyear stellt Strom produzierenden Konzept-Reifen vor

Quelle: obs

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Erneuerbare Energie

Das Perpetuum mobile ist eines der großen Mythen der Physik: ein Gerät, das ohne Energiezufuhr ewig in Bewegung bleibt. Es wäre die Lösung für viele Probleme der Mobilität. Der Reifenhersteller Goodyear will diesem Optimum der Energieeffizienz mit einem Konzeptreifen nähergekommen sein.

BH03 heißt der Rundling, der derzeit auf dem Genfer Autosalon debütiert. Gleich auf zwei Arten soll der Reifen elektrische Energie für den Akku eines Hybridautos oder für das Bordnetz generieren. Einerseits kann er dem Hersteller zufolge die Hitze, die sowohl im Stand als auch während der Fahrt auftritt oder produziert wird, in Strom umwandeln. Auch den Druck, der in Form von Strukturdeformationen entsteht, während der Reifen rollt, soll der BH03 nach einem physikalischen Prozess als elektrische Energie zur Verfügung stellen können.

Doch jetzt die schlechte Nachricht: An eine Serienreife ist noch lange nicht zu denken. "Bei dem Reifen handelt es sich um eine reine Konzeptentwicklung, die einen Beitrag zum internen Denkprozess über innovative Lösungen bei Goodyear darstellt. Das Unternehmen plant nicht, den Reifen auf den Markt zu bringen." Bleibt zu hoffen, dass der interne Denkprozess möglichst bald verwertbare Ergebnisse liefert - und auch die Konkurrenz zum Handeln animiert.

Linktipp: Top 5 - Die Automeldungen der vergangenen Woche.

© SZ.de/harl/cag
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