Tesla-Patente Der Verkehrsminister weiß nicht mal, wie viele Ladestellen es gibt

Die Bundesregierung sorgt für weitere e Verwirrung, indem sie gleich vier Ministerien an der Modernisierung des Autostandortes Deutschland werkeln lässt. Das Bundesverkehrsministerium von Alexander Dobrindt (CSU), der für den Ausbau der technischen Infrastruktur in Deutschland verantwortlich ist, weiß aber nicht einmal, wie viele Zapfsäulen es in Deutschland gibt. "Es gibt derzeit keine allgemein verbindliche Sammelstelle für die Anzahl von Ladestellen", muss das Ministerium zugeben.

"Tesla will mit aller Macht seine Standards in den Markt drücken"

Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft kann aushelfen. Es sind etwa 4500, die meisten betreibt der Energieversorger RWE. Doch es passt nur wenig zusammen. Ein Drittel der Säulen können die Kunden nur ansteuern, wenn sie einen langfristigen Stromkaufvertrag haben. Nur 13 Prozent der Säulen kann ein Fahrer nach Auskunft des Ministeriums spontan anfahren. "Wir haben bei der Standardisierung der Ladeinfrastruktur sicher noch einen gewissen Weg vor uns", muss der Daimler-Konzern einräumen.

So wird das nichts mit dem Auto, dass die Abhängigkeit der Welt vom Öl reduzieren und dem Klima helfen soll. In diese Lücke stößt der Neuling aus dem Silicon Valley vor, der bereits den Bau eines eigenen Werkes für seine Stromer in Europa plant. Musk ist als Kind der Silicon-Valley-Digital-Welt gewohnt, den Markt dadurch zu öffnen, dass man mit hohen Absatzzahlen Fakten schafft und nicht wartet, bis sich Behörden und träge Technikerverbände mühsam auf Normen geeinigt haben.

Es wird gehen wie den achtziger Jahren bei der Videotechnik. Auch damals hatten die Europäer eigene Standards entwickelt, die angeblich besser waren als die der Japaner. Am Ende siegte der Markt. Das VHS-System des japanischen Konzerns JVC setzte sich weltweit durch. "Tesla will mit aller Macht seine Standards in den Markt drücken", heißt es bei einem Stromversorger.

Aufladen in 30 Minuten

Tesla bietet mehr als die etablierten Autobauer. Der Branchenneuling hat in Amerika schon 100 eigene Ladestationen eingerichtet, die Fahrten sogar quer durchs Land erlauben. Den Strom bekommen die Kunden gratis. Musks Autos fahren mit einer Akkuladung doppelt so weit wie die Modelle der europäischen Konkurrenz und seine Ladesäulen erlauben es, eine Autobatterie in 30 Minuten bis zu 80 Prozent wiederaufladen. Dafür brauchen die der deutschen Modelle noch viele Stunden.

Musk ist kein Altruist, der Geschenke bereitstellt für die Konkurrenz. Aber er will das E-Auto zum Erfolg bringen "Unsere wahren Konkurrenten sind nicht die paar Elektroautos, die irgendwo gebaut werden", sagt der Amerikaner. Der wahre Konkurrent sei "die große Flut von benzingetriebenen Autos, die jeden Tag aus den Fabriken der Welt strömen".Viele davon gehören BMW, Daimler und Volkswagen.

Aber ein Anfang ist gemacht: Gerade gab es Gespräche von BMW und Tesla-Managern. Es sei ein Kontaktanbahnung gewesen, heißt es bei den Münchnern.