Nun hat das Landgericht Stuttgart die Klage jedoch abgewiesen. Die Rechtsanwälte der Klägerin wollen das schriftliche Urteil abwarten, um zu entscheiden, ob sie gegen die Entscheidung Rechtsmittel einlegen.

Käme es doch noch zur Verhandlung, wären folgende Fragen klären: Stellen die beiden Porsche-Modelle eine überdurchschnittliche Design-Leistung dar? Nur dann käme das Urheberrecht überhaupt zur Anwendung. Wie viel Porsche 356 steckt tatsächlich im 911? Und ist der Ur-Elfer noch in den heutigen Modellen wie dem aktuellen 911 Carrera S erkennbar? Daran würde sich die Höhe der Nachzahlung bemessen. Die Entscheidung könnte zudem grundsätzliche Auswirkungen haben und regeln, ob Auto-Designer einen Urheberrechtsanspruch auf die von ihnen geschaffenen Modelle haben. Die Klage könnte deshalb am Ende vor dem Bundesgerichtshof landen - wenngleich es danach im Moment nicht aussieht.

Bild: Daniel Wollstein; Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG 26. Juli 2018, 11:362018-07-26 11:36:51 © SZ.de/harl/dd/reek/rus