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Oldtimer:Jeder Vierte in Neukölln fährt ein altes Auto

Eine Werbung für einen Porsche 911, dahinter sind drei Porsche 356 platziert.

7500 Porsche 911/912 gibt es in Deutschland. Mit einem Durchschnittspreis von über 50.000 Euro ist er einer der wertvollsten häufig vorkommenden Oldtimer.

(Foto: AFP)

Die Studie ermittelte auch, in welchen Teilen der Republik besonders viele ältere Fahrzeuge auf den Straßen rollen. Youngtimer-Hochburg ist demnach Berlin, wo die Quote 15 Prozent aller Fahrzeuge beträgt. Der Stadtteil Neukölln ragt besonders heraus, dort fahren 26 Prozent ein mindestens 15 Jahre altes Auto.

Bei den Oldtimern liegt Mannheim an der Spitze: 2,6 Prozent aller Autos auf der Straße sind dort älter als 30 Jahre. Es folgen Köln mit 2,3 Prozent und München mit 1,9 Prozent. An manchen Orten stellte die Studie eine erstaunliche Konzentration fest: So fahren im Hamburger Stadtteil Harvestehude 199 Oldtimer - jedes 20. Fahrzeug. Genauso hoch ist die Quote in Zorge im Harz, wo es 32 Oldtimer gibt.

"Durch die steigende Nachfrage steigen auch die Preise"

Der Vermögensverwalter Manfred Mühlheim vom Vertiva Family Office hält Oldtimer durchaus für ein lohnenswertes Investment. Er hat den Oldtimerindex OMX entwickelt, der zeigt, dass die Wertentwicklung alter Autos seit 2005 sogar besser abschneidet als Anlagen in Aktien oder Anleihen. "Derzeit drängen viele vermögende Asiaten und Russen in den Markt, durch die steigende Nachfrage steigen auch die Preise", sagt Mühlheim.

Auch Modelle deutscher Hersteller entwickelten sich sehr gut. Beispiele seien der Porsche 911, der Daimler SL oder die BMW Isetta, die seit 2005 um 150 Prozent im Wert gestiegen sei. Wichtig sei, dass die Autos über ein H-Kennzeichen verfügten und der Pflegezustand sehr gut sei. Im Idealfall liege der Nachweis über alle Inhaber und Kundendienste vor, außerdem sollten in den Autos ausschließlich Original-Teile verbaut sein. "Es empfiehlt sich, einen Experten zu Rate zu ziehen, zum Beispiel Sachverständige von Oldtimer-Manufakturen und Autohäusern", sagt Mühlheim.

Günstiger ist es, wenn das Auto nicht gefahren wird

Der Experte rät Vermögenden, durchaus drei bis fünf Prozent ihres Geldes in Oldtimer zu investieren. Allerdings müsse man auch bedenken, dass Pflege, Unterhalt und Versicherung pro Jahr zwei bis drei Prozent des Wertes kosten. Günstiger sei es, wenn das Auto nicht gefahren und als "Garagengold" gebunkert werde. Und ein Risiko in der Zukunft gibt es auch: Wirft die Erbengeneration in den nächsten Jahren viele Oldtimer auf den Markt, können die Preise fallen. Mühlheims Fazit: "Wenn man in Oldtimer investiert, muss man schon eine Affinität dazu haben, aber man bekommt dafür auch eine emotionale Rendite."

© SZ vom 17.12.2013/reek
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