Öffentlicher NahverkehrDie U-Bahnen der Metropolen

In Madrid wird nicht gedrängelt. In Kairo kapitulieren die Klimaanlagen. Und in Tokio ist Telefonieren verboten: SZ-Korrespondenten berichten, wie der Nahverkehr in anderen Teilen der Welt funktioniert.

Madrid: Günstig ohne Drängeln

Die Madrilenen sind stolz auf ihre Metro. Sie gilt als die zuverlässigste öffentliche Institution, sie ist sauber und fast immer im Zeitplan. In den Vororten, wo die Züge nachts ab ein Uhr stehen, bis es um sechs Uhr morgens wieder los geht, dringen zwar immer wieder Sprayer in die Betriebshöfe ein, um ihre Graffiti auf den Waggons zu hinterlassen. Doch im Nu werden diese wieder entfernt, so wie auch im Inneren der Züge äußerst selten Spuren von Vandalismus auszumachen sind.

Linktipp: Lesen Sie hier die ausführlichen Texte aus der SZ-Serie "Nahverkehr weltweit"

Überhaupt geht es sehr gesittet im Madrider Untergrund zu: Selbst in den Stoßzeiten wird nicht gedrängelt und geschubst. Man muss sich nur an Abzweigungen nach rechts in den Verbindungstunneln in Acht nehmen: Man könnte mit einem Entgegenkommenden zusammenprallen. Zwar gilt in den Tunneln Rechtsverkehr, aber viele Eilige schneiden Linkskurven. Mit großem Abstand ist die Metro das wichtigste Transportmittel der Stadt, nicht zuletzt, weil die Kommunalpolitiker den Autofahren das Leben immer schwerer machen: Straßen werden zurückgebaut, die Parkgebühren sind saftig, Plätze in einer Tiefgarage unerschwinglich. Hingegen kostet eine Zehnerkarte für die Metro ganze 12,20 Euro. Von Thomas Urban

Bild: REUTERS 16. Februar 2018, 07:302018-02-16 07:30:13 © SZ vom 13.02.2018/vewo