Kia Sorento im Fahrbericht Ein Auto will nach oben

Kia bietet den neuen Sorento ab 35 990 Euro an.

(Foto: Kia Motors)
  • Der Kia Sorento war von Beginn an ein Erfolgsmodell. Mit der neuen Generation werten die Koreaner die Modellreihe weiter auf.
  • Der SUV ist deutlich günstiger als vergleichbare Modelle von Audi, BMW oder Mercedes. Trotzdem ist die Preispolitik undurchsichtig.
  • Der Sorento ist ebenso handlich wie komfortabel und bietet viel Platz im Innenraum.
Von Michael Specht

Geheimtipps haben es auch nicht leicht. Sie können noch so gut sein, trotzdem fliegen sie unter dem Radar der allgemeinen Aufmerksamkeit. Der Kia Sorento ist so ein großer Unbekannter. Seit 2002 auf dem Markt mauserte sich der SUV schnell zu einem Vorreiter der Crossover-Welle. Der Erfolg kam prompt, denn der Koreaner war preiswert, vielseitig, geräumig und gut ausgestattet. Er war Kias erstes Modell, auf das die Kunden bis zu einem Jahr warten mussten. Niemand hatte mit einer derart hohen Nachfrage gerechnet. Zwei Millionen Exemplare sind bis heute weltweit von diesem SUV verkauft worden. Dennoch würden ihn nur die wenigsten auf Anhieb erkennen.

Der Tiger-Nasen-Grill ist kein koreanisches Gericht, sondern ein bayerischer Appetitmacher

Vielleicht bleibt ja die dritte Generation tiefer im Gedächtnis haften. Immerhin wuchs sie um fast zehn Zentimeter auf stolze 4,78 Meter und wurde komplett neu gestylt. Mit wuchtiger, fast senkrechter Front und dem sogenannten Tiger-Nasen-Grill, das Familiengesicht der koreanischen Marke. Der neue Flaggschiff-SUV trägt die Handschrift des ehemaligen Audi-Designers Peter Schreyer aus Oberbayern. Für Kia ist der Mann der beste Deal ihrer Firmengeschichte. Seinem Talent ist es zu verdanken, dass Kia nicht mehr länger nur mit "günstig von A nach B" assoziiert wird, sondern neuerdings auch mit ansprechendem Design.

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Kia bietet seinen neuen Sorento ab 35 990 Euro an. Die von uns gefahrene Topversion in Vollausstattung - es fehlt wirklich an nichts - kostet 51 190 Euro. Bei dem Preisunterschied zu den vergleichbar ausgerüsteten Modellen von Audi, BMW und Mercedes wäre locker noch ein Kia cee'd für die Gattin übrig.

Agil und trotzdem komfortabel

Weil die Kombination SUV und Benziner in Europa nur in homöopathischen Dosen nachgefragt wird, setzt Kia beim Sorento ausschließlich auf Diesel. Der 2,2-Liter-Vierzylinder stammt aus dem Vorgänger, wurde aber grundlegend überarbeitet und leistet nun 200 PS. Damit kommt man im Alltag bestens zurecht, zumal die 441 Newtonmeter Drehmoment schon bei 1750 Touren zur Verfügung stehen.

In Verbindung mit einer neuen elektromechanischen Lenkung macht der starke Antritt die zwei Tonnen Gewicht vergessen. Der Sorento wirkt für seine Größe ungewöhnlich handlich und agil, was aber nicht auf Kosten des Komforts geht. Er erzieht, besonders mit dem Automatikgetriebe, zu einer ruhigen Fahrweise. Doch auch damit ist es nicht leicht, den angegebenen Normverbrauch von 6,6 Liter (5,7 Liter mit manuellem Sechsganggetriebe) zu erreichen. Mit acht bis neun Liter sollte kalkuliert werden.

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Großer und variabler Innenraum

Die neue Größe des Sorento kommt klar den Insassen zugute. Fahrer wie Passagiere genießen reichlich Platz. Besonders üppig ist die Beinfreiheit auf der Rücksitzbank. Sie lässt sich zudem längs verschieben. Abhängig von der Ausstattung können Kunden sogar eine dritte Sitzreihe bestellen. Fehlt diese, bleibt mehr Raum für Kleinkram unter dem Ladeboden. Sehr clever ist die Idee, auch die Gepäckabdeckung, bei der man sonst nie weiß, wohin damit, passgenau darunter verschwinden zu lassen. Wahre Kombiqualitäten erreicht der Kia, wenn die Sitzbank umgeklappt wird. Das geht in einem Rutsch und liefert eine komplett ebene Ladefläche von gut zwei Meter Länge und einem Meter Breite - genug für bis zu 1732 Liter Ladevolumen. Ab der Version Spirit erleichtert eine elektrische Heckklappe den Zugang.

Wer den Allradantrieb von Magna Steyr in Österreich nicht benötigt, kann den Sorento auch mit Frontantrieb bestellen, muss dann allerdings auf das Automatikgetriebe verzichten - und leider auf mehr: Den Frontantrieb gibt es nur im Einstiegsmodell (Edition 7) und der nächsthöheren Linie Vision (ab 36 990 Euro). Für beide bekommt der Kunde weder die besagte dritte Sitzreihe noch ein Panoramadach oder das sogenannte Performance-Paket: Mit dessen Infotainment- und Assistenzsystemen kommt das versprochene Premiumgefühl im Sorento auf. Zum Paketpreis von 2200 Euro gibt es unter anderem Navigation, Acht-Zoll-Bildschirm, Soundsystem, digitales Radio, Sprachsteuerung, elektrisch verstellbare Sitze mit Belüftung, Spurwechselassistent, Querverkehr-Warner und adaptives Kurvenlicht. Damit spielt der Sorento dann auch in der Premium-Preisliga von rund 50 000 Euro.