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Citroën Grand C4 Picasso im Test:Raumschiff mit kleinen Schwächen

Citroen Grand C4 Picasso

Citroën beweist mit dem neuen Grand C4 Picasso Mut zu extravagantem Design. Doch auch die inneren Werte stimmen.

(Foto: GREG; Citroen)

Der französische Van sieht aus wie aus einer anderen Welt, überzeugt aber mit Platz und Variabilität. Schade, dass ihm ausgerechnet eine traditionelle Citroën-Stärke abhandengekommen ist.

Citroën darf das. Wenn sich einer traut, beim Design eines neuen Familienvans ungewöhnliche Ideen zu verwirklichen, dann die Franzosen. Immerhin haben sie uns automobile Ikonen wie den 2CV, als "Ente" bekannt, die "Göttin" DS oder den wunderbaren SM mit Maserati-Motor geschenkt. Möglich, dass sie ihren deutschen Händlern damit einen Bärendienst erweisen und diese kaum Kunden für die extravaganten Automobile finden. Aber Citroën ist automobile Haute Couture, und es ist wunderbar, dass es selbst im Segment der Familienkutschen noch einen echten Eyecatcher gibt.

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Der Citroën Grand C4 Picasso macht auch im wohnlich eingerichteten Innenraum vieles anders als die Konkurrenz. Zum Beispiel platzierten die Interieurdesigner die volldigitalen Instrumente in einem Zwölf-Zoll-Monitor in der Mitte des Armaturenbretts, wodurch sie sich nicht im direkten Sichtfeld des Fahrers befinden. Dafür sind sie auch bei Sonneneinstrahlung gut ablesbar und können frei konfiguriert werden. Der Fahrer kann entscheiden, ob er auf runde oder eckige Anzeigen blicken oder den Drehzahlmesser durch andere Anzeigen ersetzen möchte. Statt eines auf der Mittelkonsole platzierten Automatik-Wählhebels gibt es einen schmalen Stock hinter dem Lenkrad. Das schafft Platz für Ablagen zwischen Fahrer und Beifahrer, allerdings ist das Hebelchen von der fragilen Sorte.

Charmante Eigenheiten

Die zahlreichen Bedienelemente im und am Lenkrad stiften nur kurz Verwirrung. Als Pilot lernt man es schnell zu schätzen, zum Bedienen des Radios oder Tempomaten nicht die Hände vom Lenkrad nehmen zu müssen. Andere wichtige Funktionen sind in einem auf der Mittelkonsole platzierten Touchscreen zusammengefasst, zum Beispiel die Klimaanlage, die Fahrassistenten und das Navigationssystem. Das Navi kann mit seiner unschönen optischen Darstellung, den unkonkreten Hinweisen und seinen kleinen Touchcreen-Menüfeldern nicht überzeugen. Dafür sorgt es für erheiternde Momente, wenn die wegweisende Stimme in ihre Anweisungen zischelnde S-Laute einbaut. Der amüsante Sprachfehler, der an RTL-Moderatorin Katja Burkard erinnert, hebt immer wieder die Stimmung an Bord.

Die Sitze des Citroen Grand C4 Picasso

Der Grand C4 Picasso überzeugt mit seinem variablen Innenraumkonzept. Allerdings kostet die dritte Sitzreihe 700 Euro extra.

(Foto: Citroen)

Der französische Van hat aber auch abseits seiner charmanten Eigenheiten einiges zu bieten. Zahlreiche Ablagemöglichkeiten und viel Platz zum Beispiel, obwohl er mit 4,60 Meter Außenlänge gar nicht mal so groß ist. Die weit geschnittenen Türen erleichtern den Einstieg dank der verschiebbaren Sitze in der zweiten Reihe. Diese können zudem komplett eingeklappt werden, womit sich die Kniefreiheit auf Oberklasseniveau bringen lässt. Doch selbst in vorderster Position können sich die Fondpassagiere in dieser Hinsicht nicht beklagen. Befinden sich die Sitze in vorderster Position, wächst der Kofferraum auf ein Fassungsvermögen von sehr guten 645 auf starke 700 Liter. Allerdings ergibt sich in diesem Fall eine Stufe, in der kleineres Gepäck gerne verschwindet und dann mühsam wieder hervorgekramt werden muss.

Viel Platz, sehr gute Rundumsicht

Die 700 Euro teuren Sitze in der dritten Reihe lassen sich einfach ein- und ausklappen, bieten aber höchstens Kindern ausreichend Platz. Sehr gut ist es um die Übersichtlichkeit bestellt. Die großen Fensterflächen verbessern nicht nur das Raumgefühl, sondern sorgen auch dafür, dass die Umgebung des Autos gut im Blick gehalten werden kann.

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Comeback der Kutschen

Wer auf Nummer sicher gehen möchte, kann den Grand C4 Picasso dennoch mit vielen Assistenzsystemen ausrüsten. So verfügt er nicht nur über eine Rückfahr-, sondern auch noch über weitere Kameras, die eine 360-Grad-Ansicht der direkten Umgebung auf den Bildschirm werfen. In parallel zur Fahrbahn angeordnete Parklücken lenkt der Van bei Bedarf eigenständig, der Fahrer muss nur noch Gas geben und bremsen.