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Bootsbauer:Der beste Tornado der Welt

Lehrbub Glas lernt schnell, seine ihm bis heute gebliebene Unruhe treibt ihn. "Ich hatte sehr gute Meister, aber irgendwie waren die Abläufe so konservativ und umständlich." Als Geselle heuert er bei der schweizerischen Portier-Werft an, die seinerzeit weltweit führend im Bau von Starbooten ist - schon nach kurzer, "aber sehr schöner Zeit", will Herbert Glas weiter, nach Amerika in die Werft der Starboot-Legende Skip Etchells. Die Liebe kommt dazwischen - "eine wunderschöne Frau..." -, Amerika muss warten. 1968 schließlich macht Glas seine Meisterprüfung, sein Meisterstück ist eine Pirat-Jolle.

Frachtensegler auf dem Gardasee

Erinnerung vor dem Wind

Und wieder ist es seine Unruhe, die ihn seine internationale Karriere beginnen lässt. "In England gab es die B-Klasse der Katamarane, einer davon war der Tornado", erinnert sich Glas; die pfeilschnellen Zweirumpfsegler faszinieren den Bootsbaumeister. Er beschafft sich eine Lizenz und beginnt in seinem Breitbrunner Betrieb, die Boote zu verfeinern. "Wir sind gesegelt wie die Verrückten, haben alle Tests selbst gemacht" - dass dabei reihenweise die Masten brechen, kam Glas nur entgegen: "Ich wollte den besten Tornado der Welt bauen."

Der Glas-Tornado wird zum Markenzeichen, seine Boote aus extrem leichten Mahagoni-Sperrholz gewinnen bei Olympia, Welt- und Europameisterschaften. Mit bis zu 50 km/h schon bei vier Windstärken sind es die schnellsten Segelboote der Welt. Regattasegler aus der ganzen Welt bestellen bei ihm; Herbert Glas schickt seine Tornados, in Kisten verpackt, bis nach Australien.

Die Wodka-Gelage mit der russischen Mannschaft werden zum Härtetest - 30 Bestellungen sind die Folge der langen Nächte. Und als hätte er nicht genug zu tun, baut er noch den Unicorn-Kat, entwickelt die Zweirumpf-Jugendklasse Minicorn und fertigt mehr als 4000 Schwerter für den Surfbretthersteller Mistral.

1988 dann, nach rund 300 Tornados, ist die große Zeit vorbei; die Gesundheit und private Probleme bremsen den von immer neuen Ideen besessenen Bootsbauer aus. Er zieht sich zurück, restauriert auf Wunsch alte Tornados - und denkt pausenlos über einen Neustart nach.

Schiffsbau

Ein zweites Leben