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Audi A8 4.2 TDI quattro:Dieser riesige Kühlergrill - muss das sein?

Natürlich ist Audis "Drive Select" an Bord. Damit können Lenkkraft, Gasannahme und die serienmäßige Luftfederung in drei Stufen beeinflusst werden - von normal ("Comfort") über "auto" bis sportlich ("Dynamic"). Wer "Individual" drückt, darf sich seine Optionen selbst aussuchen. "Dynamic" ist der etwas hilflose Versuch, aus dem A8 so etwas wie einen Sportwagen zu machen. "Comfort" reicht völlig - die Federung ist selbst dann immer noch straff genug. Wer notwendigerweise in die Eisen steigen muss, kann sich über eine jederzeit exzellente Bremsanlage freuen.

Audi A8 2010

Das Innenleben zählt

Müssen wir noch Worte verlieren über die inneren Qualitäten des A8? Nicht wirklich. Einmal mehr ist Audi state of the art - bei Verarbeitung und Zutaten. Es ist alles zu haben, was das Luxusherz und der Wunsch nach Sicherheit begehren mögen: Klimaforschung kann gegen Aufpreis auch im Fond betrieben werden, Pre Sense Plus bremst das Auto bei Kollisionsgefahr bis zum Stillstand ab (3570 Euro, in Verbindung mit dem Tempomat "Adaptive Cruise Control" und der Einparkhilfe plus) und der Lane Assist (500 Euro) hilft beim Spurhalten. Die LED-Scheinwerfer lassen sich darüber hinaus mit den Navidaten vernetzen - dann kann besonders vorausschauend geleuchtet werden.

Das MMI wiederum, das Multimedia Interface von Audi, das Musik, Telefon und Navigation über einen einzelnen Drehknopf steuert, ist nach kurzer Eingewöhnungszeit narrensicher zu bedienen - wobei die Doppelverglasung (690 Euro) dazu beiträgt, dass kein lästiger Außenschall über Gebühr das von der 1460 Watt starken Bang&Olufsen-Anlage wiedergegebene Klavierkonzert stört. Auf Wunsch kneten Massagesitze nebenbei auch noch den Rücken von Fahrer und Beifahrer durch.

Gibt es überhaupt etwas zu bemängeln? Oh ja. Etwas eigenständigere Heckleuchten hätten nicht geschadet. Die des neuen A8 ähneln doch allzusehr denen des A4 oder des A5 Sportback. Der Mangel an Ablagen im Innenraum ist ebenso wenig erfreulich wie die knappen 510 Liter Kofferraumvolumen. Beides lässt sich nur mit dem Argument wegdiskutieren, dass der A8 nun wahrlich kein Auto für den Familienurlaub sein will.

Was uns aber am meisten stört, ist der riesige, chromüberladene Single-frame-Kühlergrill. Er sieht geradezu obszön aus und stört den ansonsten dezenten Auftritt der Ingolstädter Luxuslimousine doch gewaltig. Wer dem A8 Böses wollte, dem könnte allein deswegen das böse Wort von der "Ludenkarre" entschlüpfen.

Audi A8 4.2 TDI quattro: 258 kW / 350 PS; max. Drehmoment 800 Nm bei 1750-2750 U/min; 0-100 km/h: 5,9 sec.; Vmax 250 km/h; Testverbrauch 9,6 l (Werksangabe: 7,6 l); Euro 5, CO2: 199 g/km; Preis: ab 90.800 Euro (Testwagenpreis: 123.099,98 Euro)