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Alternative Lebensweise:"Politisches und philosophisches Statement"

Das erste Geld für ihr ambitioniertes Projekt beschafften sich Steininger und Frantal vor drei Jahren durch Crowdfunding. In der ersten Runde sammelten sie 70 000 Euro, so finanzierten sie den ersten Prototyp. 2015 folgten weitere 140 000 Euro, um in die Serienproduktion gehen zu können.

Die Idee zum Wohnwagon hatte der 46-jährige Christian Frantal vor einigen Jahren. Er ist Handwerker und leitete damals einen kleinen Betrieb. Theresa Steininger, 25, PR-Fachfrau, gehörte die Werbeagentur, zu deren Kunden Frantal zählte. Zusammen entwickelten sie die Vision des Wohnwagons. Die grundsätzliche Frage, die sie sich dabei stellten, lautete: Wie viel braucht man wirklich für ein gutes Leben? Die beiden Österreicher beantworten das mit ihrem mobilen Minihaus, das maximal 2,5 mal zehn Meter misst.

Ein Wohnwagen als Statement

Der Anspruch der Österreicher geht aber viel weiter. Das Projekt sei nicht einfach nur ein Häuschen im Grünen, sondern ein "politisches und philosophisches Statement, wo es hingehen soll mit der Zukunft des Wohnens", sagt Steininger fast schon utopisch.

Der Wohnwagon ist als Technologieträger zu verstehen, der "die Gesamtheit des Konzepts greifbar macht", erklärt sie. Die autarken Systeme für Wasser, Heizung und Strom sollen auch in anderen Wohneinheiten eingesetzt werden, beispielsweise in Häusern. Dies würde dem Normalbürger nicht nur eine Alternative zu den großen Energieversorgern bieten, sondern sie auch zwingen, bewusster zu leben. Denn Strom gibt es im Wohnwagon zwar, aber nicht unbegrenzt. Die Energie reicht laut Steininger und Frantal für Beleuchtung, Laptop und Smartphone, ein Fernseher ist bei 1,2 Kilowatt Gesamtleistung nicht drin. Das allerdings wäre wiederum im Sinne von Peter Lustig. Denn wie forderte der immer am Ende von "Löwenzahn": "Und jetzt, abschalten!"

© Süddeutsche.de/harl/rus
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