Zigarettenstummel einfach wegzuwerfen, ist ein Fehler. Die Kippen sind weit mehr als nur ein ästhetisches Problem. Über sie geraten Hunderte schädliche Chemikalien in die Umwelt. Reste von Filterzigaretten sind besonders giftig.
Die Welt ist ein Aschenbecher. Betrachtet man die blanke Stückzahl, sind Zigarettenkippen der häufigste Müll in der Landschaft. 5,6 Billionen Zigaretten werden jedes Jahr weltweit geraucht, 4,5 Billionen davon werden achtlos weggeworfen.
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5,6 Billionen Zigaretten werden jedes Jahr weltweit geraucht, 4,5 Billionen Kippen werden achtlos weggeworfen. (© dpa)
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Dabei sind die Kippen mehr als nur ein ästhetisches Problem. Hunderte giftiger Chemikalien sind darin enthalten. Und seit Raucher mehrheitlich den Konsum von Filterzigaretten bevorzugen, sind die übrigbleibenden Kippen noch giftiger geworden.
Schon ein Zigarettenstummel pro Liter Wasser macht Fischen den Garaus, warnen nun Wissenschaftler von der San Diego State University (Tobacco Control, Bd.20, S.i25, 2011). Die Hälfte ihrer Fische starb, wenn die Forscher die Tiere vier Tage lang in Wasser hielten, in dem zuvor für einen Tag eine Kippe pro Liter geschwommen war.
Verwendeten die Wissenschaftler gerauchte Filter ohne jegliche Tabakreste, so waren etwas mehr Kippen nötig: 1,8 Filter pro Liter brachte die Hälfte der Neuweltlichen Ährenfische im Labor der Forscher um. 4,3 Kippen pro Liter waren für Dickkopf-Elritzen tödlich. Selbst ungerauchte Filter töteten zur Überraschung der Forscher noch: Die Chemikalien, die den Filtern und dem umgebenden Papier zugesetzt werden, sind offenbar ungesund genug.
Längst ist bekannt, dass Wasserflöhe und Mikroorganismen des Meeres unter den Überbleibseln des Rauchens in ihrem Medium leiden. Die Untersuchung aus San Diego liefert nun erstmals konkrete Daten zur Giftigkeit von Kippen für Fische. Fische seien ökologisch besonders bedeutend, betonen die Autoren um Thomas Novotny, sie gelten als Bioindikatoren für den Gesundheitszustand aquatischer Systeme. Kurz: Wenn es den Fischen schlecht geht, leiden alle Tiere in diesem Lebensraum.
Auch wenn Kapitäne mit Pfeife heute selten geworden sind: Tabakreste landen häufig genug im Wasser. Jedes dritte Stück Müll, das Umweltschützer bei Aufräumaktionen an den Küsten der Welt finden, ist ein Zigarettenstummel, danach erst kommen Plastiktüten. Auch Skipisten und städtische Grünanlagen sind wahre Müllkippen. Mit der Schneeschmelze und dem Regen werden die Überbleibsel der Nikotinsucht dann in Flüsse und Bäche gespült.
"Die Filter können bis zu 50 Prozent des Teers aus dem Zigarettenrauch aufnehmen", erläutert Martina Pötschke-Langer, Leiterin der Abteilung Krebsprävention am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ). In den Filtern sammelten sich also toxische und krebserzeugende Substanzen in hoher Konzentration an - dazu gehörten neben Nikotin auch Arsen und Schwermetalle wie Blei, Kupfer, Chrom und Cadmium. Zusammengenommen könnten die Zigarettenkippen pro Jahr "90 Tonnen Nikotin und mehr als eine Tonne Arsen an die Umwelt abgeben", so Pötschke-Langer.
Gefährdet sind auch Menschen. Bei Kleinkindern kann schon eine verschluckte Kippe zu Vergiftungssymptomen wie Übelkeit, Erbrechen und Durchfall führen. Längst fordert das Deutsche Kinderhilfswerk daher ein Rauchverbot auf Spielplätzen. Dies müsse aber durch Kampagnen und Hinweisschilder begleitet werden, betont Pötschke-Langer. So gibt es zwar in Bayern, Brandenburg und dem Saarland landesweite Rauchverbote auf Spielplätzen.
Dennoch wird die Sandkiste noch allzu oft als Ascher genutzt. So fand das DKFZ im vergangenen Jahr auf Würzburger Spielplätzen durchschnittlich 54 Kippen, während es in Mannheim (wo es kein Rauchverbot gibt) 114 waren. In Heidelberg mit seinem kommunalen Rauchverbot lagen nur 16 Kippen zwischen Wippe und Rutsche. Denn in der Neckarstadt weisen Schilder die Eltern schon am Spielplatzeingang auf ihre Verantwortung und das Recht der Kinder "auf gesunde Spielräume" hin. "Es ist so einfach wie erstaunlich", sagt Pötschke-Langer. "Schilder schützen Kinder."
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(SZ vom 19.04.2011/mcs)
Gysi und Lafontaine beim Linke-Parteitag
Gratuliere mit diesem letzen Kommentar ahaben Sie eindrucksvoll bewiesen, wes Geistes Kind Sie sind und Ihr Horizont bis an den Rand Ihrer Suppenschüssel reicht, keinesfalls aber darüber hinaus.
Schönes Beispiel aus der Kategorie "Wie disqualifiziere ich mich selbst".
Und inhaltlich, wie so viele Ihrer Beiträge, mal wieder völlig leer.
Wenn man überhaupt von einer guten Allergie sprechen kann, dann ist die, auf Gesundheitsapostel und miltante Nichtraucher, ich lasse dafür mal Kk weg. Über meinen Horizont machen Sie sich bitte keine Sorgen. Sind Sie einfach mal Egoist und kümmern sich nur um sich selbst.
"Das man aber ausgerechnet bei den sogenannte Kippen anfängt, ist absurd."
Tut man doch nicht. Es gibt auch entsprechende Studien über weggeworfenes Plastik - und zwar schon lange.
Oder über Wasch- und Putzmittel. Sie erinnern sich vielleicht noch daran, dass früher Schaum auf Flüssen und Seen schwamm? Das hat abgenommen, nachdem man untersucht hat, was in Wasch- und Putzmitteln für Schadstoffe ins Abwasser gelangen und wie man das ändern kann.
Die ideale Reaktion auf diese Studie wäre es, Kippen umweltverträglicher zu machen.
"Da drängt sich mir der Verdacht auf, dass nun das leidige Thema Rauchverbot wieder angewärmt wird."
Ja, ihr neuralgischer Punkt.
Schade, dass Sie auf den Nichtracuherschutz so allergisch reagieren, dass Sie, sobald Sie auch nur etwas kritisches über Zigaretten lesen, die bösen Nichtraucherschützer dahinter vermuten. So eine Allergie engt natürlich gehörig den Horizont ein.
Aber wo geht es in diesem Artikel und der darin behandelten Studie um das Rauchverbot und inwiefern soll dieses aufgewärmt werden?
Ich bin auch dafür, dass wir noch viel mehr Studien, Umfragen, Untersuchungen, Analysen etc. machen sollten. Das schafft zwar keine Werte, aber wenigstens Arbeitsplätze, die die wiederum zahlen, die Werte schaffen. Mal im Ernst, natürlich muss man, ich nenne es mal Wegwerfgesellschaft, mal darüber nachdenken und vor allen Dingen handeln, wie man alles in den Griff bekommt. Das man aber ausgerechnet bei den sogenannte Kippen anfängt, ist absurd. Da drängt sich mir der Verdacht auf, dass nun das leidige Thema Rauchverbot wieder angewärmt wird. Auf die Raucher kann der Staat aber gar nicht verzichten, denn mit seiner Wuchersteuer nimmt er ohne einen Finger krumm zu machen, mal 13 Milliarden pro Jahr ein. Damit kann der riesige Politwaserkopf mehr als gut leben, nur mit Geld kann er eben nicht umgehen. In meiner Stadt kostet das Wegwerfen von Kippen, sofern man erwischt wird übrigens 5 €. Das ist aus meiner Sicht eine vernünftige Strafe für die, deren Eltern es versäumt haben, ihren Kindern eine vernünftige Grundordnung beizubringen.
... würde zu Zigarettenstummeln werden. Mann würde es da Kippen regnen ...
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