Welt-Klimagipfel in Doha Klimakonferenz verlängert Kyoto-Protokoll bis 2020

Es ist ein Mini-Kompromiss: Die fast 200 Teilnehmerstaaten des Welt-Klimagipfels haben sich darauf geeinigt, das Kyoto-Protokoll bis 2020 zu verlängern. Doch die größten Klimasünder wollen sich an der Bekämpfung der Erderwärmung nicht beteiligen.

Die Verhandlungen sind zwar nicht gescheitert, doch das Ergebnis des Weltklimagipfels in Doha ist alles andere als ein Durchbruch. Die fast 200 Teilnehmerstaaten haben sich lediglich auf einen Mini-Kompromiss zur Bekämpfung der Erderwärmung geeinigt. Sie stimmten für eine Verlängerung des ursprünglich Ende des Jahres auslaufenden Kyoto-Protokolls bis 2020.

Damit verpflichten sich 37 Staaten, ihre Treibhausgase bis 2020 weiter zu reduzieren. Gemeinsam sind diese Staaten für etwa 15 Prozent des weltweiten Treibhausgasausstoßes verantwortlich. Offen bleibt zunächst, wie hoch die geplante Minderung sein wird. Die Staaten mit dem größten CO2-Ausstoß, die USA und China, sind dem Kyoto-Protokoll jedoch nie beigetreten. Japan und Kanada sind bei der Verlängerung nicht mehr dabei.

Nach dem Protokoll steht jedem Industrieland eine festgelegte Menge an CO2-Zertifikaten zu, die es zur Emission von Treibhausgasen berechtigt. Übersteigen die tatsächlichen Emissionen die zugeteilte Menge, müssen Zertifikate von Industriestaaten zugekauft werden, die ihr Budget nicht ausgeschöpft haben.

Umstritten war auf der Klimakonferenz bis zuletzt, ob die Emissionsrechte auch nach Auslaufen der ersten Verpflichtungsperiode des Kyoto-Protokolls ihre Gültigkeit behalten würden. Vor allem viele osteuropäische Staaten forderten dies, da sie nach dem Zusammenbruch ihrer Industrien in den 1990er Jahren deutlich weniger CO2 ausgestoßen hätten und daher über Reserven an Zertifikaten verfügen.

Die erste Verpflichtungsperiode des Abkommens läuft Ende Dezember aus. Die Industriestaaten hatten sich darauf verpflichtet, ihren Treibhausgasausstoß von 2008 bis 2012 im Vergleich zu 1990 um mehr als fünf Prozent zu reduzieren. Deutschland sagte im Rahmen der EU-internen Lastenteilung ein Minus von 21 Prozent zu, das mit einer tatsächlichen Minderung von 26 Prozent deutlich übererfüllt ist.

Erklärtes Ziel bleibt es, bis 2015 ein neues Klimaabkommen auszuhandeln, das ab 2020 in Kraft treten und für alle Staaten gelten soll. Im kommenden Jahr sollen weitere Schritte geklärt werden, um die Lücke bis 2020 zu überbrücken und den Treibhausgasausstoß weiter zu drosseln. Spätestens auf der Klimakonferenz Ende 2014, die in Südamerika stattfinden wird, sollen erste Elemente eines neuen Vertrages feststehen. Spätestens im Mai 2015 soll ein erster Entwurf vorliegen. 2014 will UN-Generalsekretär Ban Ki Moon die Staats- und Regierungschefs zu einem Klimagipfel einladen.

Die Entscheidung über mehr finanzielle Unterstützung für Klimaschutzmaßnahmen in Entwicklungsländern wurde auf das kommende Jahr vertagt. Ziel bleibt es, ab 2020 jährlich 100 Milliarden Dollar für den Klimaschutz zur Verfügung zu stellen. Eine Arbeitsgruppe soll nun ausloten, wie dieses Ziel erreicht werden kann. Die Mittel sollen sowohl aus öffentlichen, privaten, als auch "alternativen" Quellen kommen.

Am Rande der Klimakonferenz hatten verschiedene europäische Staaten, darunter auch Deutschland, knapp sieben Milliarden Euro für die nächsten ein bis zwei Jahre zugesagt.