Mit einer neuen Therapie haben US-Forscher Schlaganfall-Patienten ihre Sprache zumindest teilweise zurückgegeben.
Menschen, deren Sprachzentrum bei einem Gehirnschlag zerstört wurde, können nach Angaben von US-Forschern singend ihre Sprache zurückgewinnen. Auf einer Tagung der US-Forschungsvereinigung AAAS (American Academy for the Advancement of Science) präsentierte der Neurologe Gottfried Schlaug von der Harvard Universität Videoaufnahmen, in denen Patienten nach einem Schlaganfall zwar nicht sprechen, einzelne Satzteile jedoch singen können. So ist in einem Video ein Mann zu sehen, der aufgefordert wird, Textzeilen des Liedes "Happy Birthday" aufzusagen. Dies gelingt ihm jedoch erst, als er sie singt.
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Während das Sprachzentrum auf die linke Hirnhälfte beschränkt ist, aktiviere Musik beide Seiten des Hirns, erläuterte Schlaug den Effekt. Über die Musik könnten Patienten so wieder sprechen lernen. Hirnaufnahmen zeigten, dass die von der Musik angesprochenen Zentren neue Verbindungen im Hirn knüpfen.
In der von Schlaug vorgeschlagenen Musiktherapie lernen die Patienten zunächst etwa hundert Sätze wie "Ich bin hungrig", "Ich habe Durst" und "Ich muss auf die Toilette". Er habe aber schon Patienten erlebt, die nach der Therapie so weit waren, dass sie eine öffentliche Rede halten konnten, sagte der Neurologe.
Nachteil der Therapie ist Schlaugs Worten zufolge, dass sie mindestens 75 Sitzungen erfordert. Allerdings könnten auch Verwandte oder Freunde das Verfahren erlernen und täglich mit den Patienten trainieren.
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(dpa/AFP/beu)
Entspannter Vierbeiner
Das ist schön zu hören! Die positiven und heilsamen Wirkungen und Wechselwirkungen von Musik und Sprache sind ja schon vielfach erforscht, z.B. vom Hirnforscher Prof. Manfred Spitzer (Musik im Kopf) und von einigen anderen Kognitions- und Neurowissenschaftlern. Einige Links dazu findet man auf dieser Seite: http://www.thegrooves.de/site/about.html - Dasselbe Prinzip wird ja auch bei unseren Musiksprachkursen erfolgreich genutzt. Interessant wäre es, zu erfahren, ob Schlaganfallpatienten auch diese Tonträger zur Therapie nutzen könnten. Gerne würden wir einige Exemplare zu Forschungszwecken zur Verfügung stellen. Falls also jemand Kenntnis hat von ähnlichen therapeutischen Projekten, bitte melden!