Ruanda Berggorillas entschärfen Buschfallen

Tierische Rettungsaktion: Mit erstaunlichem Geschick haben Berggorillas in Ruanda eine von Wilderern angebrachte Buschfalle entschärft - und das nicht zum ersten Mal.

Von Thomas Wagner-Nagy

Dass Gorillas enorme geistige Leistungen vollbringen können, ist allgemein bekannt. Was Wissenschaftler im Vulkan-Nationalpark in Ruanda nun gefilmt haben, versetzt aber selbst die Fachwelt in Erstaunen. Zwei Berggorillas entschärften dort eine Falle, mit der Wilderer kleinere Tiere erlegen.

Die Forscher des Dian Fossey Gorilla Fund's Karisoke Research Center beobachteten, wie sich zunächst ein Silberrücken der Falle näherte und sie aufmerksam musterte. Anschließend kamen zwei junge erwachsene Männchen herbei und nahmen die Seilkonstruktion nach kurzer Untersuchung auseinander, ohne selbst gefangen zu werden.

Das Fangseil wird an einem gebogenen Ast befestigt und steht somit unter Spannung. Tritt ein Tier in die Schlinge, schnellt der Ast zurück und zieht diese zusammen. Dieses Prinzip scheinen die Berggorillas durchschaut zu haben, denn sie zogen zielsicher den gespannten Ast nach hinten, bis dieser brach, wodurch der Schnappmechanismus der Falle zerstört wurde. Die Herangehensweise deute darauf hin, dass die Gorillas schon vorher solche Fallen entschärft haben, berichtet das Team. Dafür spreche auch, dass die Tiere nach getaner Arbeit gleich eine zweite Falle unschädlich machten.

Einige Tage zuvor sei ein kleiner Gorilla in solch einem Schnappseil zu Tode gekommen, nachdem er sich beim Fluchtversuch die Schulter gebrochen hatte. Möglicherweise wollten die intelligenten Primaten ihre Artgenossen vor weiteren Unfällen schützen. Derartige Fallen werden von Wilderern gelegt, die das Fleisch selbst verzehren (bushmeat) oder auf dem Schwarzmarkt verkaufen. Ausgewachsenen Gorillas können sie in der Regel nichts anhaben, nur den Jungtieren.

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