Psychologie Brave Ehemänner

Liebe Frauen, es gibt noch Hoffnung: Die Ehe macht Männer tatsächlich zu besseren Menschen. Allerdings haben richtige "Bad Boys" sowieso schlechtere Chancen auf eine Ehe. Geheiratet werden vor allem jene, die schon anständig sind.

Von Inga Ludwig

Ehefrauen ahnten es schon lange: die Ehe macht Männer zu besseren Menschen. Tatsächlich haben wissenschaftliche Studien in der Vergangenheit bereits zeigen können, dass Männer, die sich in hohem Maß antisozial verhalten, seltener verheiratet sind.

Aber woran liegt das? Haben anständige Männer bessere Chancen, eine Frau abzubekommen? Oder bringt der gute Einfluss der Ehefrau die Männer dazu, sich zu benehmen? Ein Team von Psychologen hat nun herausgefunden: beides trifft zu (Archives of General Psychiatry, online).

Die Forscher befragten dazu 289 männliche Zwillingspaare, jeweils als sie 17, 20, 24 und 29 Jahre alt waren. Dabei ermittelten sie unter anderem, wie häufig die Testpersonen straffällig geworden waren, wie reizbar und aggressiv sie sich verhielten und wie genau sie es mit der Wahrheit nahmen.

Diejenigen, die mit 29 Jahren verheiratet waren, schnitten bei allen Untersuchungen besser ab als die Unverheirateten. Da die meisten von ihnen aber erst im Alter zwischen 24 und 29 den Bund fürs Leben eingegangen waren und sich offensichtlich bereits vorher gut benommen hatten, schließen die Forscher, dass "Bad Boys" bei Frauen schlechtere Chancen haben oder schlicht weniger Lust aufs Heiraten.

Vom vierundzwanzigsten Lebensjahr an wurden die Unterschiede zwischen beiden Gruppen besonders deutlich. Die Ehe mindert also das antisoziale Verhalten weiter.

Einen direkten guten Einfluss der Ehe sehen die Forscher jedoch nicht, vielmehr sei vermutlich das gesamte soziale Umfeld entscheidend. Ob die Ehe sich auch positiv auf Frauen auswirkt, haben die Psychologen nicht untersucht: Frühere Studien hatten keinen Hinweis auf einen Zusammenhang ergeben.

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